Pressemitteilung 11.04.2016

Mehr als 160.000 Unterschriften für den Erhalt der Kinderkrankenpflege sind ein klares Signal

Zur heutigen Anhörung der Petentin Monika Otte im Petitionsausschuss und der Forderung, das eigenständige Berufsbild der Kinderkrankenpflege zu erhalten, erklären Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik, und Corinna Rüffer, Obfrau des Petitionsausschusses:

Die enorme Anzahl von Unterstützerinnen und Unterstützern offenbart das Problem der Pflegeausbildungsreform – die Betroffenen fühlen sich nicht gefragt, nicht beteiligt und nicht beachtet. Sie befürchten, dass die eigentliche Qualifizierung für den jeweiligen Pflegebereich nach der Ausbildung erfolgen wird und muss – höchstwahrscheinlich auf eigene Kosten.

Von Anfang an haben wir auf die unzureichende Beteiligung und Berücksichtigung der Bedenken aller Verbände, Betroffeneninitiativen und Akteure hingewiesen. Zudem werden die Risiken, die diese Reform mit sich bringt, unzureichend diskutiert. Die sogenannte Generalisierung – die Zusammenlegung der bisherigen drei Pflegeberufe – soll nichtsdestotrotz kompromisslos durchgezogen werden. Das ist weder souverän noch demokratisch.

Das fachliche Niveau muss erhalten bleiben und die Reform darf nicht zu einer Gefahr für die Attraktivität des Pflegeberufs erden. Wenn es aber nicht zu einer theoretischen Schwerpunktsetzung in der Ausbildung kommt – und danach sieht es derzeit aus –, dann muss die Bundesregierung einen Masterplan für die Länder, die für die Fortbildung zuständig sind, vorlegen. Hält der Bund sich hier raus, dann entsteht ein Flickenteppich. Es muss geklärt werden, wie die notwendige Qualifizierung im Beruf aussehen soll, was Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nach der generalistischen Ausbildung noch an Fortbildung benötigen, wer das bezahlen soll und wer für wie lange freigestellt wird.

Das Konzept der integrierten Pflegeausbildungsreform, das wir favorisieren, sieht bereits in der Ausbildung eine Schwerpunktsetzung vor. Gemeinsame Ausbildungsinhalte werden gemeinsam vermittelt, doch schon in der Ausbildung erfolgt die Spezialisierung, die auf den späteren Arbeitsplatz vorbereitet.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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