Pressemitteilung 23.04.2016

Nepal: Vetternwirtschaft verhindert schnellen Wiederaufbau

Zum Jahrestag des schweren Erdbebens in Nepal erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik.

Ein Jahr nach den schweren Erdbeben in Nepal im April und Mai 2015 kommt der Wiederaufbau nur schleppend voran. Die internationalen Geber müssen die Regierung in die Pflicht nehmen, damit die rund vier Milliarden Dollar internationale Hilfsgelder endlich diejenigen Menschen erreicht, die alles verloren haben.

Mitverantwortlich für die Verzögerungen des Wiederaufbaus sind auch Korruption und Machtgerangel unter den Entscheidungsträgern. Klar ist jedoch: Positive Entwicklungen werden nur dann in Gang kommen, wenn die Korruption ernsthaft bekämpft wird. Die ohnehin schwachen staatlichen Strukturen werden durch Vetternwirtschaft und mächtige Einzelinteressen weiter geschwächt. Die Wiederaufbaukommission war durch interne Querelen lange völlig handlungsunfähig. Absurde Vorschriften verhindern einen schnellen Wiederaufbau. So erhalten beispielsweise diejenigen, die ohne Genehmigung mit der Instandsetzung ihrer Häuser beginnen, keine Entschädigung.

Die Auswirkungen des Erdbebens sind immer noch deutlich spürbar: Knapp eine Million Menschen sind zusätzlich in extreme Armut abgerutscht; Wohnhäuser, Straßen und Schulen liegen weiterhin in Trümmern. Aufgrund der großen Not ist zu befürchten, dass Kinderarbeit und Menschenhandel weiter zunehmen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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