Pressemitteilung 25.04.2016

Tschernobyl: Weitere Unterstützung zusagen

Anlässlich des Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:

Auch nach 30 Jahren sind die Folgen der Havarie nicht im Ansatz bewältigt. Allein die Tatsache, dass ständig Wasser in den explodierten Reaktor 4 eindringt und sich dort eine atomare Suppe zusammengebraut hat, zeigt, dass die Katastrophe weitergeht. Auch eine erneute Kettenreaktion kann nicht ausgeschlossen werden.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Verzögerungen am Bau des dringend benötigten neuen Sarkophags. Selbst wenn die Finanzierung jetzt vorerst gesichert scheint, ist der neue Sarkophag nur der erste Schritt und löst das eigentliche Problem noch nicht. Mehr Sicherheit für die Menschen gibt es erst, wenn auch die hochradioaktiven Altlasten endlich beseitigt worden sind. Doch für die Entnahme der kontaminierten Materialien gibt es immer noch kein Konzept. Damit wird die Ukraine allein gelassen.

Die internationale Gebergemeinschaft muss einsehen, dass die Ukraine auch nach der Fertigstellung des neuen Sarkophags weiter Unterstützung brauchen wird.

Um die Ukraine zudem auf einen energetisch nachhaltigen Weg zu bringen und sie für alle Zeiten vor einem zweiten Tschernobyl zu schützen, sollte das Land in Richtung Energiewende unterstützt werden. Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass EU-Kommission und Ukraine von den Plänen Abstand nehmen, die Laufzeiten der 15 ukrainischen Reaktoren zu verlängern und die 30 Jahre alten Reaktoren Chmelnitzky 3 und 4 zu Ende zu bauen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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