Pressemitteilung 11.08.2016

Migrantenunternehmen: Bundesregierung muss auch Potenziale von Flüchtlingen stärker fördern

Zum Ergebnis der aktuellen Bertelsmann-Studie, wonach Migranten Millionen Jobs in Deutschland schaffen, erklärt Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik:

Immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand, machen sich selbstständig und werden Unternehmerin oder Unternehmer. Beeindruckend gestiegen ist auch die Zahl der von ihnen geschaffenen Jobs. Das ist großartig. Migrantenunternehmen entpuppen sich als wahrer Job-Motor. Davon profitieren die Wirtschaft und unsere Gesellschaft als Ganzes. Andere Studien zeigen, dass besonders Regionen mit einem hohen Anteil an Migranten wirtschaftlich gut dastehen.

Gleichzeitig wird aus den Zahlen der Bertelsmann-Stiftung auch deutlich, dass das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft ist. Gute Bildung, kompetente Beratungsangebote und intelligente Förderung können dafür sorgen, dass noch mehr Menschen die Chance zur Selbstständigkeit ergreifen.

Unter den nach Deutschland geflüchteten Menschen finden sich Tausende, die nichts lieber täten als sich hier etwas aufzubauen, die Unternehmen gründen wollen. Statt dieser Motivation, diesem Tatendrang freiem Lauf zu lassen, werden sie viel zu oft hingehalten. Viele dürfen monatelang nicht arbeiten, bekommen keinen geeigneten Sprachkurs oder müssen lange auf die Anerkennung ihrer Abschlüsse warten.

Statt Ressentiments zu schüren und mit immer mehr Auflagen den Weg der Neuankömmlinge in die Arbeitswelt zu erschweren, sollte die Bundesregierung zusammen mit den Ländern endlich bestehende Hürden konsequent abbauen. Sie muss ausreichende Sprachangebote bereitstellen und eine praxisnahe Unterstützung von Anfang an möglich machen. Die bestehenden Fördermöglichkeiten für Existenzgründungen müssen auch Flüchtlingen offen stehen.

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