Pressemitteilung 24.08.2016

Zu viel Zucker: Foodwatch Studie muss Bundesregierung zum Handeln bringen

Anlässlich der heute von foodwatch vorgestellten Studie über zuckerhaltige Getränke, erklärt Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherpolitik:

Die Studie zeigt ganz eindeutig, dass der übermäßige Verzehr von sehr zuckerhaltigen Getränken das Risiko für Übergewicht und Adipositas erhöht – besonders bei Kindern und Jugendlichen. Daran ändert auch das Lobbying und Marketing der Getränkehersteller nichts.

England, wie bereits auch Frankreich, Belgien und Mexiko, haben neue bemerkenswerte Wege beschritten, um Fehlernährung durch zu viel Zucker zu beenden. Englands Modell, besseres Schulessen durch eine Zuckersteuer zu refinanzieren, werden wir genau beobachten und prüfen, ob und wie erfolgreich es ist. Vereinzelte Stimmen aus der Regierungskoalition für eine solche Steuer sprechen dafür, dass dort das Problem zumindest erkannt wird.

Wir fordern sie auf, schon jetzt Verbesserungen in Deutschland zu ermöglichen: Ein Nährwertampel würde zumindest Transparenz darüber schaffen, welche Lebensmittel aufgrund überhöhtem Zuckergehalts riskant sind. Es wäre ein wichtiger Baustein, um mehr für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen tun zu können. Weitere müssen folgen.

Wir brauchen eine gesamtheitliche Strategie mit unterschiedlichen Maßnahmen gegen nachweisliche Fehlernährungen: Dazu zählen der Ausbau einer flächendeckenden und gesunden Kita- und Schulverpflegung sowie verbindliche Qualitätsvorgaben für die Gemeinschaftsverpflegung in Erziehungs-, Bildungs- und Pflegeeinrichtungen. Werbung für zu süße Lebensmittel, die sich an Kinder unter 14 Jahren richtet, muss eingeschränkt werden. Und wir brauchen eine verbrauchergerechte Verbesserung der Aufmachung und Kennzeichnung von Lebensmitteln.

Zudem müssten auch der Anteil für Nahrungsmittel im Hartz-IV-Regelsatz und das BAföG erhöht werden. Damit Lebensmittel insgesamt gesünder werden, muss die Bundesregierung ihre Reduktionsstrategie für Zucker, Salz und Fett endlich auf den Weg bringen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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