Pressemitteilung 14.12.2016

Pelz: Pelzfarmen in Deutschland verbieten und Kennzeichnung verbessern

Zur Studie des Deutschen Tierschutzbundes und Vier Pfoten zur Kennzeichnung von Pelzprodukten, erklärt Nicole Maisch, Sprecherin für Tierschutz- und Verbraucherpolitik:

Die Recherche der Verbände belegt, dass bei der Kennzeichnung von Pelzprodukten massiv getäuscht wird. Rund 90 Prozent der Menschen in Deutschland lehnen Pelz ab und wollen keine Mütze mit Pelzbommel oder Jacke mit Pelzbesatz. Doch Pelz und Kunstpelz sind oft nicht mit bloßem Auge voneinander unterscheidbar. Da ist es besonders fatal, wenn bei der Kennzeichnung getäuscht wird oder diese ganz fehlt.

Die Vorgaben zur Kennzeichnung müssen dringend verbessert werden. Die Tierart, das Herkunftsland und die Art der Haltung müssen klar benannt werden. Wenn Teile einer Jacke oder Mütze aus Fell sind, das von einem in China oder Russland in einem kleinen Gitterkäfig gehaltenen Fuchs stammt, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher auch genau das erfahren. Die Bundesregierung muss sich ein Beispiel an der Schweiz und Österreich nehmen, wo es deutlich bessere Kennzeichnungsregelungen und ein Haltungsverbot für Tiere zur Pelzerzeugung gibt.

Gemeinsam mit den Tierschutzorganisationen fordern wir seit Jahren ein Verbot der Pelztierhaltung. Obwohl Minister Schmidt bereits vor über einem Jahr in der Presse angekündigt hat, Pelzfarmen in Deutschland zu verbieten, ist er heute noch keinen Schritt weiter. Der Gesetzentwurf des Bundesrates, der genau das fordert, versauert in den Schubladen des Ministers und der Union, weil seine eigene Unionsfraktion ihm die Gefolgschaft verweigert und sich schützend vor die tierquälerische Pelztierhaltung stellt. Das ist Arbeitsverweigerung und ein Armutszeugnis für die Bundesregierung.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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