Pressemitteilung 01.02.2016

El Niño: Sterben verhindern - drohende Hungerkrise wirksam bekämpfen

Zur anhaltenden Dürre in Süd- und Ostafrika erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Derzeit bedrohen Dürren weite Teile Süd- und Ostafrikas. Das Wetterphänomen El Niño verschärft die Lage dramatisch. Die Staatengemeinschaft hat die Warnungen der internationalen Hilfsorganisationen zu lange nicht ernst genommen. Auch die Bundesregierung muss zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen, um die lebensbedrohlichen Folgen der Krise zu bekämpfen.

Es ist unverantwortlich, ständig von Fluchtursachenbekämpfen zu sprechen, während gleichzeitig die relativ kleinen Beiträge zur Vermeidung von Hungerskatastrophen ausbleiben. Die aktuelle Hungerkrise hatte sich lange angekündigt. Die Auswirkungen sind gewaltig, denn die Ernteausfälle werden im Laufe des gesamten Jahres zu massiver Nahrungsmittelknappheit in der Region führen. Das Welternährungsprogramm spricht bereits jetzt von 14 Millionen Betroffenen. In Malawi leidet heute schon jeder Siebte erheblich an Hunger. Gerade Kleinkinder bis fünf Jahre erleiden nach nur wenigen Monate Unterernährung irreversible Schädigungen in ihrer Entwicklung. In Äthiopien bedarf es in diesem Jahr etwa 1,3 Milliarden Euro, um die Hungerkatastrophe wirksam bekämpfen zu können. Bislang steht lediglich ein Drittel der benötigten Mittel bereit.

Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, die Finanzierungslücke der Hilfsorganisationen zu schließen und diese schnell und unbürokratisch unterstützen. Darüber hinaus muss die Bundesregierung konsequent Kleinbäuerinnen und Kleinbauern stärken, indem beispielsweise eine lokal angepasste und vielfältige Landwirtschaft gefördert wird. Darüber hinaus muss durch Vorwarnsysteme und Perspektiven außerhalb der Landwirtschaft die Resilienz gegen Krisen verbessert werden. Es zeigt sich wieder einmal: Eine Landwirtschaft, die einseitig auf die Produktion einzelner Nahrungsmittel – beispielsweise Mais – setzt, anstatt zu diversifizieren, ist bei Wetter- und Klimaextremen ungleich schlechter geeignet, die katastrophalen Auswirkungen abzumildern.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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