Pressemitteilung 18.02.2016

EU-Holzhandel gefährdet den Regenwald

Zum heute veröffentlichten Bericht der EU-Kommission zur EU-Holzhandelsverordnung erklärt Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

Klar ist, die Verordnung hilft dem Regenwald nicht. Die fehlende und mangelhafte Umsetzung der Verordnung lässt das Einfallstor für illegal geschlagenes Holz in die EU sperrangelweit offen. Das Ziel illegal geschlagenes Holz aus der EU fernzuhalten ist krachend gescheitert. Weiterhin gibt es in Europa und Deutschland Holz aus Regenwaldzerstörung auf dem Markt. Allen muss klar sein: Für den Klima- und Artenschutz sind Tropenwälder von überragender Bedeutung – wir können es uns nicht leisten, weiterhin jährlich weltweit bis zu 13 Millionen Hektar Waldfläche abzuholzen.

Einerseits haben einige EU-Länder die Verordnung noch nicht umgesetzt, andererseits wurde sie – wie in Deutschland – völlig mangelhalft umgesetzt. Die EU muss nun nachbessern und Schlupflöcher schließen. Es ist absurd, warum bedrucktes Papier nicht unter die Verordnung fällt, während unbedrucktes Papier nachweisen muss, dass es nicht aus Regenwaldzerstörung stammt.

Auch die Bundesregierung darf bei der Regenwaldzerstörung nicht wegsehen. Das Holzhandelssicherungsgesetz ist windelweich und muss dringend überarbeitet werden. Es fehlen eine eindeutige Kennzeichnungspflicht, schärfere Kontrollen und Sanktionen, die eine tatsächlich abschreckende Wirkung haben.

Die weltweite Zerstörung von Wäldern ist ein riesiges Problem für den Artenreichtum und befeuert weiterhin die Klimakrise. Die EU ist dringend aufgerufen mehr für den Schutz des wertvollen Lebensraums Wald zu tun und muss die Verordnung überarbeiten.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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