Pressemitteilung 25.02.2016

Glyphosat: Keine Neuzulassung bis 2031

Zu den heute veröffentlichten Stichproben des Umweltinstitutes in München über Glyphosat-Rückständen in Bier und zur Bundestagsabstimmung über unseren Antrag „Voreilige Neuzulassung von Glyphosat stoppen“ (Drucksache 18/7675) erklärt Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik:

Bei Glyphosat darf es kein Weiter-So geben. Heute hätte der Bundestag die Chance gehabt, die geplante übereilte EU-weite Glyphosat-Neuzulassung, die dann bis 2031 gelten würde, aufzuhalten. Leider ist das nicht passiert, obwohl angeblich inzwischen fast alle Fraktionen die Glyphosatnutzung zumindest einschränken wollen. Selbst Landwirtschaftsminister Schmidt sprach heute erstmals von „verbieten“, wenn auch nur als Option für den Privatgebrauch. Die SPD übt sich schon lange in glyphosatkritischer Rhetorik. Das alles spricht klar gegen die Hauruck-Neuzulassung am 8. März.

Aktuelle Glyphosat-Funde in Bier zeigen einmal mehr: Das Pflanzengift kommt in unsere Nahrungskette. Wir brauchen ein Human-Biomonitoring. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) könne Glyphosat ja deshalb zugelassen werden, weil bei „bestimmungsgemäßer Anwendung“ Menschen nicht damit in Berührung kämen. Die Glyphosat-Funde in Lebensmitteln zeigen aber, dass das nicht stimmt. Das BfR muss endlich selbst aktiv werden und erforschen, auf welchen Wegen wir welchen Mengen von Glyphosat ausgesetzt sind. Pflanzengifte haben in Lebensmitteln nichts zu suchen, zumal bei Glyphosat das Risiko für Menschen nach wie vor nicht ausreichend erforscht ist. Das muss sich endlich ändern.

Die Glyphosat-Gefahren sind international mehr umstritten als je zuvor. Wichtige Glyphosat-Bewertungen durch die Pestizidexperten des Welternährungs- und Weltgesundheitsprogramms (JMPR) und durch die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) stehen noch aus. Wenigstens die müssen vor einer derart weitreichenden Entscheidung abgewartet werden. Die deutsche Regierung und insbesondere Minister Schmidt tragen in Sachen Glyphosat eine ganz besondere Verantwortung. Immerhin beruht die Zulassungsempfehlung für die ganze EU auf der von internationalen Experten stark kritisierten Risikobewertung seiner Behörden.

Die Bundesregierung muss in Brüssel das Vorsorgeprinzip nach vorne stellen und ein voreilige Zulassung von Glyphosat stoppen. Notfalls muss Umweltministerin Barbara Hendricks ihren Kabinettskollegen Schmidt vom übereilten Glyphosat-Freispruch abhalten.

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