Pressemitteilung 11.02.2016

Hilfe für den Irak: Kultur der Rache überwinden

Zum Besuch des irakischen Ministerpräsidenten al-Abadi in Berlin erklärt Omid Nouripour, Sprecher für Außenpolitik:

Dem Irak stehen schwere Zeiten bevor: Der Kampf gegen ISIS ist noch nicht gewonnen, drei Millionen Menschen sind vor den Kämpfen geflohen und die Zusagen an humanitärer Hilfe reichen bei weitem nicht aus, um den riesigen Bedarf zu decken. Nicht zuletzt der sinkende Ölpreis macht der irakischen Wirtschaft schwer zu schaffen. Deshalb muss vom Treffen der Kanzlerin mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi ein klares Signal der Unterstützung ausgehen.

Der Irak braucht Hilfe für die Bewältigung der humanitären Krise und zur Unterstützung der irakischen Wirtschaft. Vor allem muss die Bundesregierung und Europa die mutigen Reformansätze von Ministerpräsident Haider al-Abadi unterstützen. Europa muss ein Angebot machen bei der zentralen Justiz- und Sicherheitssektorreform.

Die Gräben im Irak können langfristig nur überwunden werden, wenn es einen Prozess der Aufarbeitung der eigenen Geschichte und der Versöhnung gibt. Nur so kann die Kultur der Rache überwunden werden. Deutschland hat aufgrund seiner eigenen Geschichte viel Erfahrung im Umgang mit diesen Prozessen und sollte sich hier stärker einbringen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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