Pressemitteilung 01.02.2016

Moore: Torfabbau zerstört einzigartige Lebensräume

Zum Welttag der Feuchtgebiete erklärt Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

Mit dem übermäßigen Abbau von Torf wird unseren Mooren lebenswichtige Feuchtigkeit entzogen - dann trocknen sie aus. Einzigartige Lebensräume für Pflanzen und Tiere werden unwiderruflich zerstört.

Dabei bringt die Anreicherung von Erde mit Torf längst nicht jede Pflanze zum Blühen. Der Handel bietet bereits Alternativen wie Kompost, Rindenhumus oder Holzfasern an. Der Abbau von Torf schreitet jedoch ungebremst voran. Wie der Abbau von Torf reduziert werden kann, dazu scheint auch die Bundesregierung ratlos. Und ihr selbst gestecktes Ziel, den Torfabbau ab dem Jahr 2015 signifikant zu reduzieren bleibt ein Lippenbekenntnis.

Wir fordern die Bundesregierung auf, Anreizprogramme und Alternativen zu Torf verstärkt zu fördern, eine Kennzeichnungspflicht für die Herkunft von Torf und torffreie Produkte in der öffentlichen Beschaffung zu berücksichtigen.

Hintergrund:
Moore sind wichtige Feuchtgebiete, sie sind komplexe Ökosysteme und speichern erhebliche Mengen an Kohlenstoff. Doch Moore sind stark bedroht: Ursprünglich bedeckten Moorlandschaften mit einer Fläche von 1,5 Millionen Hektar 4,2 Prozent der Landfläche Deutschlands. Heute sind jedoch 95 Prozent dieser Fläche entwässert, bebaut oder werden land- und forstwirtschaftlich genutzt. In Deutschland wird auf über 20.000 ha Torf gewonnen und insgesamt mehr Torf verbraucht, als hierzulande abgebaut wird. Daher wird auch Torf importiert, ein großer Teil kommt aus dem Baltikum, wo durch den Abbau jedes Jahr große Moorflächen sterben.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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