Pressemitteilung 29.02.2016

Solidarität mit den Sinti und Roma Europas

Zum heute vorgestellten Aufruf zur Solidarität mit den Sinti und Roma Europas erklären Volker Beck, Sprecher für Innenpolitik, und Tom Koenigs, Sprecher für Menschenrechtspolitik:

Wir unterstützen diesen Aufruf zur Solidarität mit den Sinti und Roma Europas. Es ist eine Schande, dass rassistische Vorurteile siebzig Jahre nach dem Völkermord an Sinti und Roma derart verbreitet sind. Es ist höchste Zeit, daran etwas zu ändern. Dafür sind Politik und Verwaltung, Schulen und Medien in der Pflicht. Wir müssen Entstehungsbedingungen und Erscheinungsformen des Antiziganismus systematisch untersuchen und Wissen über Sinti und Roma vermitteln.

Deshalb haben wir die Einsetzung eines unabhängigen Expertenkreises aus Wissenschaftlern und Praktikern gefordert. Dieser soll einen Bericht zum Antiziganismus gegen autochthone und allochthone Sinti und Roma in Deutschland vorlegen. Damit soll eine Bestandsaufnahme der Entstehungsbedingungen und Erscheinungsformen des Antiziganismus in Deutschland und die Folgen des Antiziganismus in den Kernbereichen Wohnen, Bildung, Arbeit und Gesundheit herausgearbeitet werden. Außerdem sollen so Empfehlungen zur Entwicklung sowie Weiterentwicklung von Programmen zur Antiziganismusbekämpfung erarbeitet werden.

Rassistische Vorurteile gegenüber Sinti und Roma gefährden das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Gerade auf Seiten der Mehrheitsgesellschaft haben wir es mit einem Akzeptanzproblem zu tun. Gesundheitsversorgung, Sprachkurse, Teilhabe an den Arbeits- und Wohnungsmärkten, Aufnahme schulpflichtiger Kinder sind die Herausforderungen, die anzugehen sind. Die Bundesregierung muss die Integrationsangebote der Kommunen konsequent unterstützen. Denn eins ist klar: Sinti und Roma sind ein Teil unserer Gesellschaft.

Antrag:
Antiziganismus erkennen und entschlossen bekämpfen

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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