Pressemitteilung 11.02.2016

Zeitlos entgrenzte Arbeit

Mehr als ein Drittel aller deutschen Beschäftigten in Vollzeit verbringt wöchentlich mehr als 45 Stunden am Arbeitsplatz. Zu diesem Ergebnis einer repräsentativen DGB-Umfrage, erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte:

Wenn Arbeit mehr und mehr mit Freizeit verschwimmt, dann stimmt etwas nicht mit den Arbeitsbedingungen in deutschen Unternehmen. Immerhin geben sogar fast 20 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten an, über 48 Stunden pro Woche zu arbeiten. Das ist definitiv zu viel. Solche Arbeitszeiten erschweren ein normales Privatleben mit der Familie und mit Freunden. Überlange Arbeitszeiten führen oft zu Stress. 70 Prozent der Befragten, die überlang arbeiten, fühlen sich bei der Arbeit gehetzt. Auf die Dauer machen solche Belastungen krank.

Überlange Arbeitszeiten sind nicht mehr zeitgemäß. Der Trend geht längst zu flexibleren Arbeitszeiten, die eine Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit erlauben. Immerhin wünschen sich die meisten Beschäftigten in Deutschland flexiblere Arbeitszeiten. Und: Mehr als zwei Drittel aller Vollzeitbeschäftigten würden gerne weniger arbeiten. Wenn die deutsche Wirtschaft weiterhin Fachkräfte finden will, muss sie auf diese Wünsche ihrer Beschäftigten eingehen und endlich auf eine moderne Betriebskultur setzen.

Auch die Bundesregierung muss diesen Trend endlich ernstnehmen. Notwendig sind Maßnahmen, mit denen die Beschäftigten mehr Flexibilität und mehr Zeitsouveränität erhalten. Die Beschäftigten brauchen größere Gestaltungsräume, wie viel, wann und wo sie arbeiten. Denn Arbeit muss besser ins eigene Leben passen.

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