Pressemitteilung 13.01.2016

Gesetzgebungsverfahren zur einheitlichen Pflegeausbildung stoppen

Zur Verabschiedung des Pflegeberufsgesetzes im Kabinett erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Ausgerechnet bei der Pflegeausbildung soll eine Ausbildung für alle Pflegeberufe gelten, mit bisher unabsehbaren Risiken. Doch die Bundesregierung hält trotz aller Bedenken an der einheitlichen Pflegeausbildung fest. Dabei sind zu viele Fragen weiterhin ungeklärt: Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten? Wie sehen die Ausbildungsinhalte aus? Gibt es überhaupt genug Kapazitäten im schulischen wie im praktischen Bereich, um eine generalistische Ausbildung umsetzen zu können? Wer macht die fertig ausgebildeten generalistischen Pflegekräfte fit, damit sie in einem spezifischen Beruf arbeiten können? Müssen sie sich auf eigene Kosten nachqualifizieren?

Wenn es dafür keine Lösungen gibt, wird es nach der Reform weniger Ausbildungsplätze geben als derzeit – und damit auch weniger Pflegekräfte. Und diesen Pflegekräften werden dann auch noch spezifische Fachkenntnisse fehlen. Das wäre verheerend, herrscht doch jetzt schon ein Fachkräftemangel im Pflegebereich.

Die Kritiker werden immer zahlreicher. Die Bundesregierung muss endlich Antworten auf die drängenden Fragen geben. Dazu muss das Gesetzgebungsverfahren gestoppt werden.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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