Pressemitteilung 21.01.2016

Glyphosat: Schmidt muss die Notbremse ziehen

Zur heute veröffentlichten UBA-Untersuchung zu Glyphosat erklärt Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik:

Der Expertenstreit um Glyphosat ist auf Deutschlands oberster Behördenebene angekommen. Eine Bundesbehörde sagt, Glyphosat sei vollkommen harmlos, die andere warnt jetzt und sieht weiteren Forschungsbedarf. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und Umweltbundesamt (UBA) tragen nicht zur Beruhigung der Debatte bei. Die gute Nachricht: endlich befasst sich eine Behörde der Bundesregierung mit der Glyphosatbelastung der Menschen in Deutschland! Das ist schon lange überfällig. Das bei der Glyphosatbewertung federführende BfR ist bislang vor allem dadurch aufgefallen, unabhängige Untersuchungen in Frage zu stellen, statt selbst welche durchzuführen. Wir brauchen dringend mehr und umfassendere Untersuchungen zur Pestizidbelastung der Menschen.

Die neue UBA-Studie bestätigt jetzt amtlich, was Nichtregierungsorganisationen schon vor Jahren festgestellt haben: ein großer Teil der Bevölkerung hat mittlerweile Glyphosat im Körper - Tendenz langfristig stark steigend. Auch wenn Grenzwerte deutlich unterschritten werden, ist das ein Alarmsignal. Für krebserregende Stoffe gibt es keine „sicheren“ Grenzwerte, bis zu deren Höhe eine Aufnahme unbedenklich wäre. Pestizide haben in unseren Körpern nichts zu suchen.

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA hat Glyphosat jüngst für harmlos erklärt, eine erneute Zulassung und sogar das Hochsetzen der Grenzwerte empfohlen. Ihr Urteil basiert auf der international äußerst umstrittenen Einschätzung des deutschen BfR. Dessen Dienstherr Minister Christian Schmidt trägt die Verantwortung dafür und muss jetzt dringend bei der EU die Notbremse ziehen. Noch kann die Neuzulassung gestoppt werden. Ohne eine gründliche und unabhängige Neubewertung darf Glyphosat nicht wieder zugelassen werden.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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