Pressemitteilung 18.01.2016

Grüne Woche: Lösung der Milchkrise nur mit weniger Menge

Zum Milchtag auf der Grünen Woche erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Nach wie vor fehlen konkrete Maßnahmen zur Lösung der Milchkrise. Den Bäuerinnen und Bauern haben Landwirtschaftsminister Schmidt aber auch der Deutsche Bauernverband hier nichts zu bieten.

Statt sich endlich mit den Vorschlägen zur Krisenintervention und Mengenrücknahme der Milcherzeuger auseinander zu setzen, versuchen Verband und Minister die eigene Verantwortung für die Misere zu verschleiern.

Wer behauptet die hohe Menge auf dem Markt hat mit den niedrigen Preisen nichts zu tun, der hat die einfachsten Marktgesetze nicht verstanden, oder versucht absichtlich die Öffentlichkeit und die Bäuerinnen und Bauern in die Irre zu führen.

Die falsche Politik der Mengensteigerung der vergangenen Jahre hat uns in diese Milchkrise geführt. Jahrelang haben das unionsgeführte Agrarministerium und der Deutsche Bauernverband den Milcherzeugern zur Aufstockung geraten – mit dem Argument: Die Zukunft liege im Export und die Auslandsmärkte würden jede Menge abnehmen. Seit 2006 hat sich die Milchanlieferung um fast fünf Millionen Tonnen auf 31,5 Millionen Tonnen erhöht.

Diese gigantische Aufstockung ist keine nachhaltige und das Gegenteil einer marktorientierten Politik. Im gleichen Zeitraum ging die Anzahl der Milchviehbetriebe um über 30 Prozent zurück. Allein im vergangenen Jahr haben 4,2 Prozent der Betriebe aufgeben müssen.

Das bedeutet in 15 Jahren eine weitere Halbierung der Anzahl der Milchbetriebe. Diesen Strukturbruch müssen wir aufhalten und unseren Milchbäuerinnen und Milchbauern eine Zukunftsperspektive bieten. Eine Lösung der Milchkrise wird es nur geben, wenn wir jetzt die Menge in den Griff bekommen und die Milcherzeugung an einer artgerechten Tierhaltung orientieren.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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