Pressemitteilung 14.01.2016

Grüne Woche / „Wir haben es satt“: Für eine vielfältige bäuerliche Landwirtschaft

Zur Eröffnung der Internationalen Grünen Woche und zur Demo „Wir haben es satt“ am Samstag erklären Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender, und Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Auf der weltgrößten Agrarmesse feiert sich die Agrarindustrie für ihre Exportzahlen. Doch das System von Exportorientierung und ständigem Wachstum ist gescheitert. Darunter leiden die Tiere, die Umwelt und die bäuerlichen Betriebe. Ein Weiter-so darf es weder vom Agrarminister noch vom Bauernverband geben. Wir brauchen dringend eine Agrarwende, die die Probleme angeht und die die Betriebe in ihrer Vielfalt erhält.

Die Agrarwende ist ökologisch und ökonomisch geboten. Die Lage der kleinen und mittleren Betriebe in Deutschland ist in allerhöchstem Maß alarmierend. Es wäre fatal, die Lage zu beschönigen. Wir stehen vor einem dramatischen Strukturbruch. Allein im vergangenen Jahr führten die Dumpingpreise zu Einkommensverlusten von bis zu 35 Prozent. Fast fünf Prozent der Milchvieh- und Schweinehaltern wurden durch die ruinöse, auf Export getrimmte Agrarpolitik zum Aufgeben gezwungen. Dieses Höfesterben müssen wir aufhalten und umkehren, wir brauchen mehr Bäuerinnen und Bauern und nicht weniger.

Die fehlgeleitete Agrarpolitik führt zur Konzentration der Tierhaltung in wenigen Regionen und großen Betrieben. Die Folge davon sind Nährstoffüberschüsse, Wasserbelastung und Gülletransporte über immense Strecken, ebenso wie Tiere ohne Weidegang und ein Land ohne Bauern. Das ist weder im Sinne der Landwirtschaft noch der Gesellschaft.

Es gibt eine gesellschaftliche Bewegung, die für eine Agrarwende und den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft kämpft. Diese Bewegung steht für mehr Tierwohl, für den Schutz von Boden, Luft und Wasser. Sie wird auch an diesem Samstag wieder unter dem Banner „Wir haben es satt“ demonstrieren. Wir unterstützen diese Bewegung.

Wir fordern eine Agrarpolitik, die auf den Erhalt der landwirtschaftlichen Betriebe und eine flächendeckende vielfältige bäuerliche Landwirtschaft ausgerichtet ist. Wir fordern eine Agrarpolitik, die umweltschonende Landbewirtschaftung fördert und weniger Pestizide und Gülle einsetzt. Wir fordern bessere und artgerechte Tierhaltungsbedingungen und mehr Tierwohl. Wir fordern Zukunftschancen für unsere bäuerlichen Betriebe durch eine Orientierung auf Qualität und Vielfalt statt eine Produktion von Massenware für den Weltmarkt.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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