Pressemitteilung 30.06.2016

Bericht zu AKW Cattenom und Fessenheim täuscht falsche Sicherheit vor

Zum aktuellen Bericht der französischen Atomaufsicht ASN über die Sicherheit der Atomkraftwerke in der deutsch-französischen Grenzregion erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:

Die französische Atomaufsicht drückt bei der Sicherheitsbewertung von Fessenheim und Cattenom beide Augen zu. Den Anwohnerinnen und Anwohnern wird damit falsche Sicherheit vorgetäuscht.

Bei der Sicherheit der Anlagen geht es nicht nur um eine Aufzählung von Ereignissen aus dem vergangenen Jahr. Die Anlage muss in ihrer Gesamtheit betrachtet werden und die Mängellisten für Cattenom und Fessenheim sind lang: Im lothringischen AKW Cattenom gibt es nur einen unzureichenden Überflutungsschutz der Anlage, ungenügende Erdbebensicherheit, fehlende Nachweise über die Auswirkungen extremen Schneefalls und erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit elektrischer Einrichtungen, Kabelführungen, Pumpen und Wasserzuleitungen. Das im Elsass stehende AKW Fessenheim ist nicht nur das älteste Atomkraftwerk Frankreichs, sondern auch eines der gefährlichsten. Die Sicherheitsmängel sind endlos: veraltete Auslegung, überschwemmungsgefährdetes Kraftwerksgelände, Erdbebengefährdung und zudem das dünnste Fundament von allen französischen AKW, das zu besonders schlimmen Kernschmelze-Unfällen führen kann. Beide Anlagen erfüllen nicht einmal die europäischen Mindestanforderungen an Alt-AKW. Sie müssen umgehend stillgelegt werden. Dafür muss sich die Bundesregierung mit Nachdruck einsetzen.

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