Pressemitteilung 14.06.2016

Deutschlandstipendium: Haltbarkeitsdatum für Ladenhüter abgelaufen

Zur heutigen Jahresveranstaltung des Bundesbildungsministeriums zum Deutschlandstipendium erklärt Kai Gehring, Sprecher für Hochschule, Wissenschaft und Forschung:

Beim Deutschlandstipendium hat die Bundesregierung alle selbstgesteckten Ziele meilenweit verfehlt. An über 99 Prozent der bundesweit 2,7 Millionen Studierenden geht das Deutschlandstipendium vorbei. Das ursprüngliche Ziel, acht Prozent eines Studierendenjahrgangs zu erreichen, ist in ebenso weiter Ferne wie die zwei Prozent, die Union und SPD bis 2017 erreichen wollen. Beim Deutschlandstipendium ist das Haltbarkeitsdatum abgelaufen. Das muss Ministerin Wanka endlich eingestehen und den Ladenhüter aus dem Regal räumen.

Das Deutschlandstipendium hat die soziale Ungleichheit beim Zugang zum Campus leider nicht abgemildert, sondern den Status quo zementiert. Es ist eine schlecht organisierte Lotterie mit schlechten Gewinnchancen für alle. Besonders schlecht sind die Stipendienchancen in strukturschwachen Regionen, an kleinen und privaten Hochschulen und für diejenigen, die Fächer studieren, die für die Wirtschaft wenig interessant erscheinen.

Die Bundesförderung für das Deutschlandstipendium wollen wir auslaufen lassen. Die Wirtschaftsverbände können das Programm übernehmen, zumal sie eh seit Jahren mehr in Stipendien investieren wollen. Es bedarf also keines extra Steuergeldes für das Deutschlandstipendium, sondern der Eigeninitiative der Wirtschaft.

Deutschland hat mit den Stipendien der Begabtenförderungswerke, mit den Aufstiegs- und Weiterbildungsstipendien ein hinlänglich differenziertes Stipendiensystem. Das müssen wir gemeinsam weiterentwickeln, damit dies stärker zu mehr Bildungsgerechtigkeit beiträgt.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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