Pressemitteilung 20.06.2016

Echte Wahlfreiheit und gute Betreuung für werdende Eltern

Zu der öffentlichen Anhörung des Petitionsausschusses zur Situation der Geburtshilfe erklären Beate Müller-Gemmeke, Berichterstatterin im Petitionsausschuss, und Elisabeth Scharfenberg, Mitglied im Gesundheitsausschuss:

Für viele Eltern ist es die schönste Erfahrung im Leben, ein Kind zu bekommen. Viele von ihnen haben sich jetzt mit einer Petition an den Bundestag gewandt, weil sie ihre Wahlfreiheit, wo sie ihr Kind zur Welt bringen, gefährdet sehen. Denn die aktuelle Situation in der Geburtshilfe verschlechtert sich zunehmend. Kreißsaalschließungen, Personalmangel in Kliniken und Schwierigkeiten, eine Hebamme für die Vor- und Nachsorge zu finden, gehen zu Lasten der Gesundheit von Müttern und Neugeborenen.

Eine flächendeckende verlässliche Versorgung mit Hebammen ist unabdingbar. Denn die Eltern haben das Recht, selbst zu entscheiden, wo und wie sie ihre Kinder bekommen wollen.

Wir brauchen endlich eine regelmäßige Bestandsaufnahme der geburtshilflichen Versorgung in Deutschland, auf deren Basis dann Empfehlungen für die Verbesserung und Gewährung einer flächendeckenden qualitätsgesicherten Versorgung mit Hebammenhilfe abgegeben werden kann.

Ein verbindliches, bundesweites Personalbemessungsinstrument, das den tatsächlichen Betreuungsaufwand angemessen darstellt, muss dafür sorgen, dass ausreichend Hebammen in Krankenhäusern angestellt sind.

Es müssen Anreize für Hebammen entwickelt werden, in unterversorgten Regionen tätig zu werden. Für freiberufliche Hebammen – in der Geburtshilfe genauso wie in der Vor- und Nachsorge – braucht es endlich eine nachhaltige Lösung für die Haftpflichtprämien.

Die Geburtshilfe ist eine gesellschaftliche Aufgabe, der sich die Bundesregierung endlich stellen muss. Denn sind Strukturen einmal weggebrochen, dann können sie nur schwer wieder aufgebaut werden.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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