Pressemitteilung 29.03.2016

Familienförderung: Vom Trauschein zur Kinderförderung

Zur Kritik von Marcel Fratzscher am Ehegattensplitting erklären Lisa Paus, Sprecherin für Steuerpolitik, und Dr. Franziska Brantner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

Die bestehende Familienförderung trägt zur sozialen Ungleichheit in Deutschland bei. Marcel Fratzscher kritisiert zu Recht das Ehegattensplitting, da es die Schere zwischen armen und reichen Familien weiter öffnet. Es wird zudem der heutigen Vielfalt von Familie nicht gerecht und subventioniert die Ehe statt die Verantwortung für Kinder zu unterstützen.

Vor allem Alleinerziehende und unverheiratete Paare erhalten dadurch heute keine ausreichende Unterstützung. Aber selbst verheiratete Paar können nur profitieren, wenn beide unterschiedlich verdienen. Die Diskussion über neue Ansätze in der Familienförderung ist deshalb mehr als überfällig. Fratzschers Überlegungen rütteln am bestehenden System. Durch ein Ehegattensplitting mit geringerem Volumen werden die Ungleichheiten in der Familienförderung jedoch nur gelindert, nicht aber gelöst. Angesichts der massiv ungleichen Startbedingungen von Kindern benötigen wir eine andere Ausrichtung der Familienförderung.

Dem Staat sollten alle Kinder gleich viel wert sein - unabhängig von der Familienform, in der sie aufwachsen, und dem Gehaltscheck ihrer Eltern. Die Bundesregierung sollte endlich die von ihr in Auftrag gegebene Gesamtevaluation der Familienförderung ernstnehmen und die Zeit der Großen Koalition für notwendige Reformen nutzen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

4398697