Pressemitteilung 07.03.2016

Flüchtlingsengagement: 10.000 Bufdi-Stellen laufen ins Leere

Zu Meldungen, wonach bislang lediglich 330 Flüchtlinge von dem im Dezember 2015 mit 10.000 Plätzen gestarteten Bufdi-Kontingent profitieren, erklärt Kordula Schulze-Asche, Sprecherin für Bürgerschaftliches Engagement:

Gerade einmal 330 Flüchtlinge können bislang von dem Bufdi-Kontingent profitieren. Dabei gibt es so viele, die froh wären, eine Aufgabe zu haben, und nicht tagein tagaus in Turnhallen auf die Bearbeitung ihres Asylantrages zu warten. Obwohl es im Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz durchaus so angelegt war, sind geduldete oder noch im Asylverfahren befindliche Flüchtlinge vom Bundesfreiwilligendienst ausgeschlossen. Wir brauchen eine umfassende Strategie zur Stärkung des Flüchtlingsengagements und eine Öffnung des bestehenden Programms – für alle Flüchtlinge und für alle Freiwilligendienste.

Drei Monate nachdem der Bundesfreiwilligendienst für die Flüchtlingshilfe mit 10.000 Stellen an den Start ging, wird deutlich, dass das überhastet aus dem Boden gestampfte Programm zu kurz greift und der Bundesregierung eine durchdachte Strategie zur Stärkung des Flüchtlingsengagements fehlt. Von den 10.000 neuen Stellen sind 1.800 Stellen insgesamt besetzt. Es ist ein Fehler, dass die Bundesregierung einseitig auf den Bundesfreiwilligendienst setzt und die beliebten Jugendfreiwilligendienste wie FSJ oder FÖJ außen vor lässt.

Die zusätzlichen Bufdi-Stellen sind auch der falsche Ansatz, wenn es darum geht, die Lust und Energie der vielen Freiwilligen,  die sich seit Monaten für Flüchtlinge unabhängig von Diensten engagieren, nachhaltig am Leben zu halten. Hier muss kreativ und nicht in strengen Kontingenten gedacht werden. Wer die Tausenden von Engagierten tatsächlich entlasten möchte, muss die Ehrenamtsinfrastruktur vor Ort stärken, in Koordinationsstellen und Fortbildungen investieren. Sonst drohen eine Überforderung und sogar der Rückzug von Helferinnen und Helfern von dem Engagement, das unsere Gesellschaft momentan mehr denn je braucht.

 

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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