Pressemitteilung 01.03.2016

Glyphosat: Baumärkte zeigen den Weg

Zur Ankündigung der Baumarktkette Hornbach, Pestizide mit Glyphosat- und Neonikotinoid-Wirkstoffen aus dem Sortiment zu nehmen, erklären Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender, und Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik:

Wir freuen uns, dass mit Hornbach jetzt eine der letzten großen Baumarktketten das Pflanzengift Glyphosat vollständig aus den Regalen nimmt und die besonders bienengiftigen Neonikotinoide gleich mit – der gemeinsame Druck, auch von Umwelt- und Verbraucherverbänden hat sich gelohnt. Selbst Minister Schmidt ist inzwischen dem Koalitionspartner SPD gefolgt und hat erstmals ein Glyphosatverbot für Privatanwender ins Gespräch gebracht. Jetzt sollte er sich beherzt ein Beispiel an den Baumärkten nehmen und seiner Ankündigung Taten folgen lassen.

Der freiwillige Verzicht der Baumärkte ist ein wichtiger Schritt. Aber er reicht nicht – wer will, kann sich im Internet problemlos und unkontrolliert Glyphosat besorgen. Die vorgeschriebene Beratung lässt sich hier genauso einfach wie etwa die gängigen ellenlangen Geschäftsbedingungen mit einem Klick bestätigen. Es war überfällig, dass der Agrarminister erstmals ein Risiko beim Umgang mit Glyphosat einräumt hat. Seinen Worten müssen jetzt auch Taten folgen.

Das Risiko des Glyphosat-Einsatzes ist allerdings nicht auf Haus- und Kleingarten beschränkt. Der weitaus größte Teil der jährlich in Deutschland verwendeten rund fünftausend Tonnen reines Glyphosat landet auf unseren Äckern und gelangt so auch in unsere Lebensmittel und in unsere Körper. Wer anerkennt, dass Glyphosat ein potenzielles Gesundheitsrisiko darstellt, darf dem Pflanzengift jetzt keine Neuzulassung ausstellen. Der Expertenstreit ist in vollem Gange, die Glyphosat-Bewertungen der Europäischen Chemikalien-Agentur (ECHA) und der Pestizidexperten vom JMPR bei der WHO stehen schließlich noch aus, und auch das Umweltbundesamt sieht weiteren Forschungsbedarf zur Glyphosatbelastung der Bevölkerung. „Wahrscheinlich krebserregende“ Stoffe dürfen nach aktuellem EU-Recht nicht als „Pflanzenschutzmittel“ zugelassen werden.

Deutschland darf dem Vorschlag der EU-Kommission kommende Woche daher keinesfalls zustimmen, notfalls muss Umweltministerin Barbara Hendricks ihren Kollegen Schmidt davon abhalten.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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