Pressemitteilung 19.05.2016

Gelbfieber: Strukturelle Ursachen globaler Gesundheitskrisen wirksam bekämpfen

Vor dem Hintergrund der sich ausweitenden Gelbfieber-Epidemie und der dazu heutigen Dinglichkeitssitzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklären Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik, und Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Prävention und Gesundheitswirtschaft:

Die Gelbfieber-Epidemie erfordert dringend umfassende Hilfsmaßnahmen. Der Schutz der Bevölkerung durch Impfungen und die medizinische Versorgung der Erkrankten stehen an erster Stelle. Die Bundesregierung darf nicht weiter ihre Hände in den Schoß legen, sondern muss sich im Rahmen der Internationalen Gemeinschaft für eine stärkere Impfstoffproduktion und Verfügbarkeit der lebenswichtigen Impfungen einsetzen.

Die Maßnahmen gegen Gelbfieber dürfen sich nicht auf kurzweilige Nothilfe beschränken. Angesichts der immer häufiger auftretenden Epidemien wie Ebola, Zika und Gelbfieber, müssen auch die strukturellen Ursachen globaler Gesundheitskrisen in den Fokus rücken. Neben einer Stärkung der WHO, bedarf es der Bekämpfung von Armut sowie dem langfristigen Aufbau von Gesundheitssystemen in Entwicklungsländern. Obwohl einer der größten Erdölproduzenten Afrikas, bleibt weiten Teilen der angolanischen Bevölkerung der Zugang zu medizinischer Grundversorgung verwehrt. Neben einer verbesserten Basisgesundheitsversorgung werden außerdem neue Mechanismen zur Forschung und Entwicklung lebensnotwendiger Impfstoffe und Medikamente benötigt.

Die Bundesregierung muss ihren Ankündigungen Taten folgen lassen und mit einem verbindlichen Aktionsplan den Aufbau von Gesundheitssystemen in Entwicklungsländern wirksam vorantreiben. Anstatt der WHO Empfehlung von 0,1 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitsbereich zur Verfügung zu stellen, stagniert der deutsche Beitrag weiterhin bei 0,028 Prozent. Gelbfieber macht einmal mehr deutlich: Die Bundesregierung muss sich endlich klar zum Menschenrecht auf Gesundheit bekennen und mit verbindlichen Maßnahmen die Gesundheit aller Menschen weltweit verbessern.

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