Pressemitteilung 04.05.2016

Starke Hebammen machen Familien stark

Zum internationalen Hebammentag am 5. Mai erklärt Elisabeth Scharfenberg, Mitglied im Gesundheitsausschuss:

Hebammen sind wichtige Vertrauenspersonen für Mütter und Familien während der Schwangerschaft, der Geburt und danach. Es fehlen immer mehr Hebammen: In Krankenhäusern, bei außerklinischen Geburten, in der Vor- und Nachsorge. In vielen Gegenden gibt es keine Geburtshilfeabteilungen mehr, Frauen und Familien finden keine Hebamme für eine Hausgeburt. Diejenigen Hebammen, die weiterhin Frauen betreuen, sind immer öfter überlastet. Die Zeit für gute Betreuung fehlt. Darunter leidet langfristig auch die Qualität der Hebammenarbeit.

Gründe gibt es viele. Zur Überlastung kommt auch die nach wie vor drängende Haftpflichtfrage. Die Prämien steigen weiterhin jährlich an. Derzeit liegen wir bei knapp 6.300 Euro im Jahr, im nächsten Jahr sollen sie auf über 8.000 Euro steigen. Das kann auch der Sicherstellungszuschlag für Hebammen mit wenigen Geburten nicht kompensieren.

Die Überschreitung des Geburtstermins um mehr als drei Tage ist als Ausschlusskriterium unsinnig und schränkt das Selbstbestimmungsrecht der Mutter ein. Auch die Kompetenz der Hebamme wird in Frage gestellt.

Uns sind die Familien und die Hebammen wichtig. Wir brauchen endlich eine Datenlage, die wirklich Aufschluss gibt über Personalmangel und Unterversorgung: Wir wollen wissen, wie viele Hebammen es für eine gute Geburtsbetreuung braucht – und das dann auch durchsetzen.

Das unsinnige Ausschlusskriterium drei Tage über dem Geburtstermin muss sofort weg. Wir brauchen endlich eine grundlegende Lösung der Haftpflichtproblematik, die alle Gesundheitsberufe einbezieht. Wir wollen, dass jede Frau und jede Familie über die Art und den Ort der Geburt entscheiden kann.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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