Pressemitteilung 24.11.2016

AKW: Abschalten statt Notkühlwasser aufheizen

Zu den Berichten über die Erwärmung von Notkühlwasser in mindestens 18 europäischen Atomkraftwerken erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:

Die Berichte sind sehr besorgniserregend. Das Notkühlwasser eines Atomkraftwerks ist zum Kühlen da. Wird das Wasser aufgeheizt, kann es seine Aufgabe im Notfall nicht mehr gewährleisten. Die Folgen können bis zur Kernschmelze reichen.

Wenn Reaktordruckbehälter durch langen Betrieb so sehr versprödet sind, dass die Gefahr des Berstens beim Kontakt mit kaltem Wasser besteht, muss der Reaktor abgeschaltet werden. Das zu umgehen, indem das Kühlwasser auf verträgliche, aber für die Aufgabe untaugliche Temperaturen aufgeheizt wird, ist eine leichtsinnige Fehlentscheidung.

Die Bundesregierung muss unverzüglich klären, bei welchen Reaktoren an unseren Grenzen das Notkühlwasser wie stark aufgeheizt wird. Die übliche Antwort, dass für die Sicherheit von Atomkraftwerken jenseits unserer Grenzen allein die jeweilige Atomaufsicht zuständig sei, können wir nicht gelten lassen. Das Risiko macht nicht an der Grenze halt. Je älter ein Reaktor, desto mehr Risiken.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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