Pressemitteilung 29.11.2016

Anstatt eingeschlafener Reformen - nachhaltige Bildungsoffensive starten!

Zur heute veröffentlichen Studie TIMMS „Trends in International Mathematics and Science Study“ erklärt Özcan Mutlu, Sprecher für Bildungspolitik:

Die heute veröffentliche Studie bietet keinen Grund zum Jubeln. Die Kompetenzen von Grundschülerinnen und Grundschülern in Mathematik und Naturwissenschaften sind insgesamt schwächer geworden, liegen in Mathematik sogar unter dem Mittelwert der teilnehmenden EU- und OECD-Staaten. Das ist besorgniserregend.

Das deutsche Bildungssystem braucht mehr als kurzfristige Projekte oder halbherzige Reformen, um Deutschland wettbewerbsfähig zu machen. Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich eine kohärente Bildungsoffensive gemeinsam mit den Ländern und Kommunen zu starten, anstatt zusammenhangslose Projekte anzukündigen.

Die Studie belegt auch: von Bildungsgerechtigkeit sind wir weit entfernt. 15 Jahre nach dem Pisa-Schock sehen die Expertinnen und Experten weiterhin einen großen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland. Der Auftrag für uns als Bildungsrepublik ist klar: Wir müssen endlich den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft der Eltern entkoppeln und das Motto "Aufstieg durch Bildung" mit Leben füllen. 

Ein fundamentaler Grundpfeiler für mehr Bildungsgerechtigkeit ist der flächendeckende Ausbau von qualitativ hochwertigen Ganztagsschulplätzen. Um das mit Bundesmitteln zu ermöglichen, muss endlich das unsägliche Kooperationsverbot in der Verfassung mit einem Kooperationsgebot ersetzt werden. 

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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