Pressemitteilung 23.11.2016

Gute Arbeitsbedingungen für Hebammen wichtiger denn je

Anlässlich der Bundesdelegiertentagung des Deutschen Hebammenverbandes erklären Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik, und Dr. Harald Terpe, Obmann im Gesundheitsausschuss:

Es ist erfreulich, dass die Zahl der Geburten steigt. Für mehr Geburten brauchen wir auch mehr gut ausgebildete Hebammen. Doch die Entwicklung läuft in eine andere Richtung. Das muss sich dringend ändern.

Wir brauchen ausreichend qualifizierte Ausbildungsplätze für Hebammen. Das Problem der steigenden Haftpflichtprämien muss endlich dauerhaft gelöst werden. Eine Haftpflichtversicherung für alle Gesundheitsberufe, angelehnt an die Prinzipien der Unfallversicherung, könnte eine Lösung sein. Für Hebammen in Kreißsälen muss ein bundesweit verbindliches Personalbemessungsinstrument entwickelt werden, das den tatsächlichen Arbeitsaufwand ermittelt. Alle Hebammen, sowohl die angestellten wie die selbständigen, müssen angemessen vergütet werden. Zusätzlich müssen Anreize entwickelt werden, damit Hebammen auch in unterversorgten Regionen tätig werden, insbesondere in der Vor- und Nachsorge.

Es darf nicht dem Zufall überlassen bleiben, wo Kreißsäle schließen. Die Krankenhausplanung der Länder muss so gestaltet sein, dass für alle Schwangeren der Weg zur Geburtsklinik zumutbar bleibt. Ausschlaggebendes Kriterium muss dabei aber die bestmögliche Versorgung für Mutter und Kind sein. Dazu gehören neben einer ausreichenden Personalausstattung im Kreißsaal auch eine niedrige Kaiserschnittrate und das Vorhandensein von Kinderärztinnen und -ärzten vor Ort.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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