Pressemitteilung 02.11.2016

Textilbündnis – Müllers Weichspüler für Umwelt- und Sozialstandards

Zur Erklärung des Textilbündnisses erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Das Textilbündnis des Entwicklungsministers verkommt zur Lachnummer. Zwei Jahre nach seiner Gründung ist das Ergebnis ernüchternd: Bislang verfügt das Bündnis nur über freiwillige Standards, über deren Umsetzung die Unternehmen selbst entscheiden und deren Überprüfbarkeit bislang nicht sichergestellt ist. Man muss naiv oder zynisch sein, um dieses Projekt als Erfolg zu verkaufen.

Die Unternehmen sollen nun eine individuelle Roadmap zur Verbesserung ihrer Produktionsbedingungen verfassen. Wie ambitioniert diese Zielsetzungen sein werden, steht in den Sternen. Die Umsetzung der Öko- und Sozialstandards muss von Multistakeholder-Initiativen wie der Fair Wear Foundation überwacht werden und nicht von Zertifizierern, die schon bei den Katastrophen von Rana Plaza und Co. versagten.

Noch ist völlig offen, was überhaupt überwacht werden soll: Das Niveau der derzeitigen Bündnisstandards entspricht in etwa dem der unternehmensnahen Business Social Compliance Initiative (BSCI). Diese Standards sind absolut nicht ausreichend. Ein Kernproblem des Bündnisses ist und bleibt die unterschiedliche Erwartungshaltung. Während sich die NGOs und einige Vorreiterunternehmen konstruktiv einbringen, stehen Verbände und Großkonzerne auf der Bremse. Die Unternehmen haben ihre CSR-Manager in das Bündnis entsandt – nicht etwa die Zuständigen für den Einkauf oder den Vertrieb. Es wird also deutlich, dass von Unternehmensseite der PR-Effekt und nicht die Verbesserung der Produktionsbedingungen im Vordergrund steht.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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