Pressemitteilung 28.11.2016

Tschernobyl: Neuer Sarkophag ist erst der Anfang

Anlässlich des morgen geplanten Überschieben des neuen Sarkophags in Tschernobyl erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:

Es ist eine verdrehte Wahrnehmung der Realität, den neuen Sarkophag für Tschernobyl als großartiges Projekt zu feiern, wie es viele der Beteiligten tun. Die fortdauernde Katastrophe dahinter wird geradezu ignoriert. Tschernobyl ist Mahnmal für das tödliche Risiko und die Unbeherrschbarkeit der Atomkraft. Immer noch sind große Reste der Kernschmelze im explodierten Reaktor enthalten, die alte Schutzhülle selbst ist radioaktiver Abfall geworden und für die kontaminierten Altlasten gibt es weder ein Entnahmekonzept noch ein geeignetes Endlager. Der Ukraine stehen die größten Herausforderungen erst noch bevor. Die Geberstaaten dürfen sie damit nicht allein lassen. Weiterhin muss die Ukraine technisch und finanziell unterstützt werden. Allerdings muss auch darüber gesprochen werden, dass die Ukraine trotz des unbewältigten ersten Super-GAUs der Industriegeschichte die Betriebsdauer ihrer alten Atomkraftwerke verlängern will. Die EU sollte die Ukraine in Richtung Energiewende unterstützen und sie auf dem Weg zur einer energetisch nachhaltigen und unabhängigen Energieversorgung begleiten, anstatt sie im Verharren in der Atomkraft zu bestärken. 

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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