Pressemitteilung 05.10.2016

Artenschutzkonferenz: Ein hart erarbeiteter Erfolg

Zu den Ergebnissen der Artenschutzkonferenz in Johannesburg, erklärt Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

Die CITES-Staaten haben den Schutz bedrohter Arten deutlich verstärkt und damit auch ein wichtiges Signal gegen die unbegrenzte Ausbeutung unserer natürlichen Ressourcen gesetzt. Das Ergebnis von Johannesburg ist ein Erfolg für den Artenschutz und für die vielen Naturschutzorganisationen. Nur durch das jahrelange zähe Kämpfen der Naturschutzverbände wurde dieser Verhandlungserfolg möglich. Auch wenn noch viele Lücken bestehen bleiben.

Das seit 1989 wirksame internationale Handelsverbot mit Elfenbein bleibt bestehen. Damit bleibt der Handel mit Elfenbein international und national verboten. Das ist ein wichtiges Zeichen für den Artenschutz und den weltweiten Schutz von Elefanten. Die Bundesregierung sollte das zum Anlass nehmen, die deutschen Elfenbeinbestände endlich öffentlichkeitswirksam zu zerstören, um ein Zeichen gegen den illegalen Wildtierhandel zu setzen und das öffentliche Bewusstsein zu schärfen. Wenn Elfenbein öffentlichkeitswirksam zerstört wird, trägt dies dazu bei, die Nachfrage zu drosseln, Absatzmärkte zu schließen und so die Wilderei einzudämmen.

Auch das Handelsverbot für Nashorn bleibt bestehen, ein weiterer wichtiger Erfolg der Artenschutzkonferenz. Das Horn des Nashorns wird auf Schwarzmärkten höher gehandelt als Gold. Dadurch wurden in den letzten Jahren immer mehr Nashörner illegal getötet. Eine Aufhebung des Verbots, wie von Swasiland beantragt, hätte der Wilderei alle Türen geöffnet und das Horn der Tiere auch auf "legale" Märkte gespült.

Fuchshaie, Seidenhaie und Teufelsrochen wurden unter Schutz gestellt wurden, deren Bestände aktuell teilweise massive Rückgänge erleiden. Bei vielen anderen Tierarten wurde der Schutzstatus höher gestuft. Darunter auch 55 Reptilienarten die durch den Heimtierhandel im ihrer Existenz bedroht sind. Das sind so viele wie noch niemals zuvor. Das muss die Bundesregierung zum Anlass nehmen, endlich schärfer gegen den Handel mit geschützten Reptilien vorzugehen und das Versprechen aus dem Koalitionsvertrag zum Importverbot von Wildfängen endlich umsetzen. Die schärfere Regulierung des Handels mit Luxushölzern ist ebenfalls ein Erfolg und zugleich eine Aufforderung an die EU und an die Bundesregierung Handelsbeschränkungen für Tropenholz besser zu kontrollieren und durchzusetzen.

Die Ergebnisse von Johannesburg sind hart erarbeitet und ein weiterer kleiner Schritt für den Schutz und Erhalt vielen Pflanzen- und Tierarten. Die Artenschutzkonferenz ist eine Aufforderung an die Bundesregierung mehr Bewusstsein für die Artenvielfalt und die Notwendigkeit ihres Schutzes zu schaffen und dem Bewahren unserer natürlichen Lebensgrundlagen eine höhere Priorität einzuräumen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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