Pressemitteilung 28.10.2016

IQB: Kein Grund zum Jubeln – Bund muss Länder endlich unterstützen

Zu den heute vorgestellten Ergebnissen des Ländervergleiches vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) erklärt Özcan Mutlu, Sprecher für Bildungspolitik:

Die Ergebnisse des IQB-Ländervergleichs sind leider kein Grund zu jubeln, 15 Jahre nach dem PISA-Schock sind die schlechten Ergebnisse einzelner Bundesländer und das große Gefälle zwischen den Bundesländern ein Armutszeugnis. Es besteht dringender Handlungsbedarf vor allem in der Aus- und Weiterbildung des Lehrpersonals und der Qualität des Unterrichts. Länder, in denen viele Kinder mit Migrationshintergrund unterrichtet werden, liegen auf den hinteren Rängen. Das kann und darf in der Einwanderungsgesellschaft Deutschland nicht weiter akzeptiert werden. Positiv zu werten ist, dass das Gefühl der Zugehörigkeit zur Schule in allen Herkunftsgruppen und in allen Ländern hoch ist. Das heißt, die Schulen haben sich auf den Weg gemacht, brauchen aber mehr Unterstützung. Die Bildungsinstitutionen stehen in der Verantwortung, bestmögliche Voraussetzungen für ein Leben in einer vielfältigen, offenen und gerechten Gesellschaft zu schaffen.

Wir haben kein Erkenntnisdefizit, sondern ein Handlungsdefizit. Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, den bekannten Herausforderungen mit konkreten Maßnahmen zu begegnen und den Ländern und den Kommunen unter die Arme zu greifen. Wir brauchen eine Bildungsoffensive, die flächendeckend ein inklusives und chancengerechtes Bildungssystem schafft. Die Bundesregierung sollte dafür endlich auch genug finanzielle Mittel bereitstellen. Hierfür ist endlich eine Aufhebung des Kooperationsverbotes für die Schulbildung notwendig. Wir fordern Bildungministerin Wanka auf, ihren Widerstand gegen eine Verfassungsänderung mit dem Ziel der Abschaffung des Kooperationsverbotes aufzugeben und dieses mit einem Kooperationsgebot zu ersetzen. Nur so kann der Weg für mehr Bildungsgerechtigkeit frei gemacht werden.

 Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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