Pressemitteilung 27.10.2016

Neue Strategie darf Berliner Zeitungen nicht gefährden

Zur Redaktionsfusion von „Berliner Zeitung“ und „Berliner Kurier“ erklärt Tabea Rößner, Sprecherin für Medienpolitik:

Der Verlag DuMont-Schauberg setzt an seinem Berliner Standort auf einen radikalen Neuanfang. Zwar war nach dem verlustreichen Geschäft auf dem hart umkämpften Berliner Medienmarkt sicherlich dringend ein Umdenken erforderlich. Dies darf allerdings nicht dazu führen, dass Presseunternehmen allein als Wirtschaftskonzerne mit möglichst hoher Rendite geführt werden. Sie haben weiterhin ihre Aufgabe wahrzunehmen, journalistische Vielfalt zu gewährleisten und ihren Teil zum Meinungsbildungsprozess beizutragen.

Eine starke, regionale Berichterstattung braucht gut ausgestattete und bezahlte Redaktionen. Bei einem solchen Umbau sollte man sich also an die Spielregeln halten: Sozialpläne und Tarifvereinbarungen dürfen nicht ausgehebelt werden, es braucht faire Bedingungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hier wird man genau beobachten müssen, wie die Umstrukturierung von statten geht. Der Trend zu immer weniger regionalem Journalismus, Zusammenlegung von Redaktionen, Abbau von Stellen und schlechter Bezahlung bedeutet immer weniger Vielfalt. Es braucht daher Ideen und Maßnahmen, wie ein regionales journalistisches Angebot und damit die Vielfalt der Berichterstattung auch in Zukunft erhalten werden kann.

Wir hoffen, dass DuMont-Schauberg seine Verantwortung wahrnimmt und wünschen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alles Gute und viel Kraft für die bevorstehende Zeit.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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