Pressemitteilung 14.10.2016

Textilbündnis: Zwei Jahre staatlich gefördertes Fair-washing

Zum zweiten Jahrestag der Gründung des Textilbündnisses am 16. Oktober erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Zwei Jahre nach der Gründung des Bündnisses hat sich wenig getan. Minister Müller war mit dem Versprechen angetreten, die Arbeitsbedingungen in den Lieferketten der Textilindustrie zu verbessern. Von diesem Vorhaben ist wenig übrig geblieben. Bislang befasst sich das Bündnis in erster Linie mit sich selbst und arbeitet dabei so langsam und unambitioniert, dass sogar von Unternehmensseite Kritik laut wurde. Ein Unternehmen trat sogar ganz aus der Initiative aus.

Müllers Bündnis nutzt der Industrie mehr als den Menschen in den Produktionsländern. Die Initiative ist ein Geschenk an die Unternehmen. Als nach dem Einsturz der Rana Plaza-Gebäude der Ruf nach gesetzlichen Regelungen laut wurde, half Minister Müller mit der Gründung des Bündnisses gesetzliche Bestimmungen zu umgehen statt solche zu schaffen.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte zeigen: Freiwillig ändern die Konzerne ihre Produktionsweise nicht – egal ob sie einem Bündnis angehören oder nicht. Es braucht deshalb endlich gesetzlich verankerte menschenrechtliche Sorgfaltspflichten für Unternehmen. Zudem muss den Opfern von Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen Zugang zu Klagemöglichkeiten gegeben werden. Das Beispiel KiK macht Hoffnung. Nachdem das Unternehmen in den vergangenen Jahren an etlichen Katastrophen in der asiatischen Textilindustrie beteiligt war, könnte der Prozess gegen das Unternehmen endlich zu einem Umdenken in der Branche führen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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