Pressemitteilung 16.09.2016

Initiative Tierwohl implodiert

Zum Ausscheiden des Deutschen Tierschutzbundes aus dem Beraterausschuss der Initiative Tierwohl erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Die Tierhalter in Deutschland werden in der aktuellen Agrarmarktkrise völlig alleine gelassen. Quer durchs Land herrscht eine Stimmung der Orientierungslosigkeit – klar ist nur: Die Tierhaltung wird sich ändern müssen. Wir brauchen mehr Qualität, mehr Wertschöpfung, mehr Tierschutz und Transparenz.

Zwischen Kompetenzkreis Tierwohl, Tierwohl Initiative und undurchsichtigen freiwilligen Branchenvereinbarungen werden die bäuerlichen Betriebe völlig aufgerieben. Das muss ein Ende haben. Es muss eine klare und verlässliche Strategie geben, wie sich die Tierhaltung zum Wohle der Bäuerinnen und Bauern, der Tiere und der Konsumenten weiterentwickeln kann. Aus dem Ministerium kommt hierzu keine Orientierung. Minister Schmidt scheut seine gesetzgeberische Verantwortung wie der Teufel das Weihwasser. Sein Mäandern zwischen Versprechungen, Vertröstungen und Floskelndrescherei ist verantwortungslos.

Wir brauchen eine verbindliche Haltungskennzeichnung, die sich am System der Eierkennzeichnung orientiert. Dann besteht Klarheit und Verlässlichkeit für die Akteure und die Verbraucher. Wir brauchen eine Agrarwende, die Auswege zeigt aus der expansiven Billigfleisch-Strategie. Denn den Preis dafür zahlen die Tiere, die Umwelt und letztlich auch die Höfe selbst.

Das Ausscheiden des Tierschutzbundes aus der Initiative Tierwohl ist eine logische Konsequenz der zu laschen und nicht spürbaren Verbesserungen für die Tiere. Wie soll jetzt ein breites glaubhaftes breites Bündnis für mehr Tierwohl ohne die Beteiligung einer Tierschutzorganisation funktionieren? So bleibt von der Initiative ist nichts weiter als ein PR-Gag, ein Feigenblatt. Dahinter sichtbar: Die Billigfleisch-Produktion auf dem Rücken der Tierhalter, der Konsumenten, der Tiere und der Umwelt wird.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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