Pressemitteilung 23.09.2016

Tierqual: Grausamkeiten endlich stoppen

Zur Berichterstattung im TV-Magazin Panorama über tierschutzwidrige Zustände in deutschen Ställen erklären Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik, und Nicole Maisch, Sprecherin für Tierschutzpolitik:

Die Bilder erschüttern im Mark. Sie zeigen die grausame Realität der industriellen Tierhaltung. Tierqual ist der Preis für Billigschnitzel-Produktion. Das Bundesministerium und der Bauernverband mit all ihren verzweigten Akteuren sind sich der Zustände in deutschen Mastställen sehr wohl bewusst. Ohne politischen Willen zur Veränderung steht Landwirtschaftsminister Schmidt ebenso in der Verantwortung wie der Bauernverband. 2014 versprach Minister Schmidt, es müsse den Tieren am Ende seiner Amtszeit besser gehen als jetzt. Von der Einhaltung dieses Versprechens ist er heute Lichtjahre entfernt.

Von ihm und vom Bauernverband können wir nichts erwarten, was das kalkulierte Tierleid stoppen könnte. Jahrelang haben sie Fortschritte in der Tierhaltung durch unerträgliche Wortfloskeln, leere Versprechungen und vorgeschobene Vertröstungen blockiert. Jahrelang haben sie gepredigt, den Tieren ginge es gut, es gebe keinen Bedarf für Veränderungen. Damit muss Schluss sein. Landwirtschaftsminister Schmidt darf sich nicht weiter vor die Kameras stellen und die industrielle Tierhaltung verteidigen. Denn die betroffenen Betriebe gehören keinen unfähigen schwarzen Schafen des Berufsstandes und keinen irrenden Einzeltätern. Sie gehören führenden Verfechtern der so genannten modernen Tierhaltung.

Landeschefs der Bauernverbände und Vorsitzende führender Interessenvertretungen sind angeklagt, in ihren Ställen massives Tierleid geschehen zu lassen. All ihren Bezeugungen, den Tieren in den modernen Ställen ginge es gut, müssen wir entgegnen: In den modernen Ställen geht es den Tieren nicht gut, die Tiere ertragen millionenfaches Leid. Wir fordern von der Bundesregierung ein ordentliches Tierschutzgesetz, eine Tierhaltungskennzeichnung auf Fleisch und Milch sowie Unterstützung für die Bäuerinnen und Bauern, um mehr Tierschutz umsetzen zu können. Mit den Bäuerinnen, Bauern, Verbraucherinnen und Verbrauchern können wir diese Zustände beenden. Wir brauchen einen Umbau der Tierhaltung und neue Wege, um Tiere artgerecht zu halten. Es ist eines zivilisierten Landes nicht würdig, fühlende Wesen so zu misshandeln. Wir brauchen die Agrarwende jetzt.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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