Pressemitteilung 20.01.2017

Gute Arbeitsbedingungen sind nachhaltiger

Zur neuesten Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) über Termindruck, Arbeitsverdichtung und Stress erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte:

Stress macht krank. Das ist auch das Ergebnis der neuen WSI-Studie, wonach in 77 Prozent der befragten Betriebe Zeitdruck und hohe Arbeitsintensität zu gesundheitlichen Problemen führen. Das Problem ist bekannt und doch ignoriert die Bundesregierung die Auswirkungen von Stress am Arbeitsplatz.

Nachhaltig ist diese Arbeitskultur nicht. Denn so werden Beschäftigte einfach nur verschlissen. Es kommt nicht von ungefähr, dass sich viele Beschäftigte nicht vorstellen können, bis zur Rente durchzuhalten. Wir brauchen deshalb dringend eine neue Arbeitskultur. Betriebe müssen aktiv dafür sorgen, dass ihre Beschäftigten sich nicht ihre Gesundheit bei der Arbeit ruinieren. Und dazu braucht es auch eine ausreichende Personaldecke.

Gleichzeitig muss Bundesministerin Nahles endlich den Arbeitsschutz stärken. Gefährdungsbeurteilungen müssen die psychischen Belastungen der Arbeit stärker in den Fokus nehmen. Und in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern muss das Arbeitsschutzgesetz mit einer Verordnung konkretisiert werden, damit Arbeitgeber sowie Betriebs- und Personalräte ein Werkzeug an die Hand bekommen, um gemeinsam geeignete Lösungen gegen Stress zu entwickeln.

Die Bundesregierung sollte endlich zur Kenntnis nehmen, dass gute Arbeitsbedingungen deutlich nachhaltiger sind. Sie schützen die Wirtschaft vor Fachkräftemangel und die Gesellschaft vor hohen volkswirtschaftlichen Kosten. Handeln ist daher angesagt.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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