Pressemitteilung 16.01.2017

Wer hat, dem wird gegeben – Globale Ungleichheit auf neuem Höchststand

Zum Oxfambericht zur globalen Ungleichheit erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Die Ergebnisse der Studie sind erschreckend. Die soziale Ungleichheit nimmt weltweit zu. Die Superreichen dieser Welt konnten ihren Wohlstand weiter vergrößern. Vor zwei Jahren besaßen laut Oxfam noch 62 Menschen so viel, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Dieses Jahr zeigen die Berechnungen der Nichtregierungsorganisation, dass gerade einmal acht Menschen gemeinsam über ein größeres Vermögen verfügen, als die ärmsten 3,7 Milliarden Menschen zusammen.

Diese schier unbegreifliche Form der Vermögenskonzentration ist unanständig und gefährlich. Die Staatengemeinschaft hat sich in den UN-Nachhaltigkeitszielen dazu verpflichtet, die soziale Ungleichheit zu bekämpfen. Hierzu braucht es endlich wirksame Reformen. Durch eine globale Strukturpolitik müssen eine gerechte Handels- und Investitionspolitik vorangetrieben und die Ausbeutung in den Lieferketten beendet werden. Die globale Steuer- und Finanzmarktarchitektur muss wieder auf seine Aufgaben reduziert werden und dem Gemeinwohl dienen. Hierzu muss endlich eine Finanztransaktionssteuer eingeführt werden, deren Einnahmen den Ärmsten zugutekommt. Steuersümpfe müssen ausgetrocknet, Schlupflöcher geschlossen werden. Die Bundesregierung muss diese Themen auch im Rahmen des G20-Gipfels im kommenden Juli adressieren und entsprechende Lösungsansätze einbringen.

Soziale Ungleichheit ist keine abstrakte Größe. Die ungleiche Wohlstandsverteilung führt dazu, dass weite Teile der Bevölkerung von politischer Teilhabe ausgeschlossen werden. Denn reiche Unternehmen und Privatpersonen verfügen über ein Vielfaches an Ressourcen. Sie lenken und steuern die globalen Handelsströme und Investitionen und bestimmen verstärkt die gesellschaftlichen Entwicklungen ganzer Nationen. In vielen Entwicklungsländern führt dies zur Destabilisierung der gesellschaftlichen Strukturen und löst Konflikte aus, die zur Fluchtursache werden können. Auch Wirtschaftswachstum und soziale Mobilität werden durch die ungleiche Wohlstandsverteilung gebremst. Die Überwindung der weltweiten Armut rückt so in weite Ferne.

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