Pressemitteilung 16.07.2017

Bundesregierung muss Bayer-Gift-Gensoja stoppen

Zur morgigen Abstimmung in Brüssel über die EU-Zulassung von gentechnisch veränderten, mehrfach herbizidresistenten Sojalinien unter anderem der Firma Bayer als Lebens- und Futtermittel erklärt Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik und Bioökonomiepolitik:

Die Bundesregierung muss entschieden Nein sagen zur neuen Gift-Gensoja. Die Bayer-Bohne ist gleich gegen mehrere gesundheitsschädliche Herbizide resistent und enthält entsprechend hohe Rückstände davon, die in unsere Nahrungskette gelangen würden. Das wurde bei der Risikobewertung komplett ignoriert.

Wenn die Große Koalition sich wegen Uneinigkeit jetzt bei der Abstimmung in Brüssel der Stimme enthält, kommt das einer Zustimmung gleich und wird der Zulassung den Weg ebnen. Mit einem Nein Deutschlands dagegen wäre ein EU-Verbot der Giftbohnen in greifbarer Nähe, wie eine ganz ähnliche Abstimmung letzten Mittwoch gezeigt hat. Die deutsche Stimme hat entscheidendes Gewicht und Vorbildcharakter für eine ganze Reihe anderer Staaten.

Europas Bürgerinnen und Bürger lehnen Gentechnik ohnehin ab, allein das sollte der Bundesregierung für eine Ablehnung genügen. Leider sieht es ganz danach aus, dass Schwarz-Rot mittlerweile sämtliche Versprechungen in Sachen Gentechnik aus dem Koalitionsvertrag über Bord geworfen hat. Das Anbauverbotsgesetz ist krachend gescheitert, stattdessen versucht vor allem die Union mit allen Tricks und Winkelzügen der Gentechnik im neuen Gewand wie CRISPR ein Comeback zu ermöglichen. Und morgen wird der deutsche Unions-Minister Schmidt im Brüsseler Hinterzimmer aller Voraussicht nach Europa eine weitere Gentech-Zulassung bescheren.

Die morgige Abstimmung zeigt auch, was von den Ankündigungen des Bayer-Konzerns zu halten ist, man wolle Europa keine Gentechnik aufzwingen, die in den letzten Monaten im Zusammenhang mit der geplanten Monsanto-Megafusion geäußert wurden. Wenn Bayer aber jetzt eine neue Gensoja-Zulassung für Europa durchdrückt, statt den Antrag zurückzuziehen, ist das alles andere als glaubwürdig und vertrauenserweckend.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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