Pressemitteilung 21.06.2017

Gleichstellungsbericht: Die Zeit vergeht, die Probleme bleiben

Anlässlich des 2. Gleichstellungsberichts der Bundesregierung erklärt Ulle Schauws, Sprecherin für Frauenpolitik:

Der zweite Gleichstellungsbericht wiederholt altbekannte Probleme. Seit dem letzten Bericht von 2011 hat sich nicht viel getan. Die Koalition hat zwar einige Gesetze auf den Weg gebracht, um die Situation zu verbessern. Diese bleiben aber bruchstückhaft, erreichen zu wenige Frauen und lösen die Widersprüche nicht auf. Das zeigen die Beispiele Quote und Entgelttransparenzgesetz. Die Knackpunkte Ehegattensplitting oder Minijobs hat die Koalition erst gar nicht angefasst.

Das Gutachten hat den „Gender Lifetime Gap“ mit 49 Prozent angesetzt, soviel weniger beträgt das Gesamteinkommen von Frauen im Lebensverlauf. Das ist vor allem das Resultat der unbezahlten Sorgearbeit von Frauen – sie leisten 52,4 Prozent Mehrarbeit bei der Betreuung ihrer Angehörigen als die Männer. Hier hat die Bundesregierung deutlich zu wenig gemacht. Auch die Verbesserungen beim Elterngeld und das Pflegeberufegesetz werden nicht zu grundlegenden Verbesserungen bei der Gleichstellung führen.

Wir wollen Geld und Zeit gerecht zwischen Frauen und Männern verteilen. Dazu brauchen wir mehr Partnerschaftlichkeit, ein wirksames Entgeltgleichheitsgesetz, eine Quote für mehr Führungspositionen, flexiblere Arbeitszeitmodelle, eine Aufwertung der Sorgearbeit und wir müssen Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umwandeln sowie das Ehegattensplitting durch ein Familiensplitting ersetzen.

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