Pressemitteilung 24.06.2017

Therapeutische Berufe aufwerten, Versorgung sichern

Zur heutigen Großdemonstration der therapeutischen Berufe in Berlin erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Therapeutische Berufe sind essentiell für die gute Versorgung einer alternden Gesellschaft. Nur wenn diese Berufe aufgewertet werden und die Arbeitssituation und Vergütung der Therapeuten sich verbessert, kann die Versorgungssituation gut bleiben.

Die Angehörigen der therapeutischen Berufe müssen immer noch für ihre Ausbildungen zahlen, viele verdienen wenig. Das muss sich ändern. Die therapeutischen Ausbildungen müssen endlich kostenfrei werden.
Die Handlungsmöglichkeiten der Heilmittelerbringer sind vergleichsweise schwach. Um das zu beheben, sollte die sogenannte „Blankoverordnung“ – Ärzte stellen die Diagnose und verordnen eine Behandlung, über die geeignete Therapiemethode entscheiden die Heilmittelerbringer mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung selbst – in die Regelversorgung überführt werden. Darüber hinaus fordern wir Modellprojekte zum „Direktzugang“ für Heilmittelerbringer. Patientinnen und Patienten können sich dann direkt an den Therapeuten wenden, ohne dass eine vorherige Verordnung durch den Arzt erforderlich ist. Voraussetzung ist natürlich eine entsprechende Qualifikation.

Zudem müssen jetzt die Weichen für die Akademisierung gestellt werden, damit es nach Auslaufen der sogenannten Modellklauseln in vier Jahren möglich sein wird, ganz regulär auch eine akademische Therapeutenausbildung zu machen.

Grundsätzlich sollten die Einkommenssituation von Heilmittelerbringern und die Versorgung mit Heilmitteln in den unterschiedlichen Regionen in einer Studie konkret erfasst werden. Um Lösungen zu den offenen Fragen der Aus- und Weiterbildung, der Vergütungssituation, der Haftung, der Qualitätssicherung und der Versorgungssteuerung zu finden, sollte eine Arbeitsgruppe beim Bundesministerium für Gesundheit einberufen werden, an der neben dem GKV-Spitzenverband alle relevanten Vertreterinnen und Vertreter der Heilmittelverbände beteiligt sind.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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