Pressemitteilung 29.03.2017

Gescheiterte Reform der Pflegeausbildung – ein Desaster!

Zum geplatzten Kompromiss zur Pflegeberufereform erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Schon wieder verschoben – oder gar völlig geplatzt. Union und SPD missbrauchen die Reform der Pflege-Ausbildung für ein trauriges Polit-Schauspiel.

Seit fast einem Jahr streitet die Koalition über die Pflegeausbildung. Nun schien es zunächst einen Kompromiss zu geben – und dann doch nicht mehr. Am Ende stand die Unions-Fraktion allein vor der Presse. Die SPD glänzte durch Abwesenheit. Einigkeit sieht anders aus. Das ist ein mehr als unwürdiges Theater.

Mit dem geplatzten Kompromiss sollten offenbar alle Interessen bedient werden. Die Krankenpflegeausbildung sollte in „generalistische“ Ausbildung umbenannt werden, die Altenpflege- und die Kinderkrankenpflegeausbildung erhalten bleiben, die Ausbildung sollte endlich kostenfrei werden. Auch dieses Modell lässt sehr viele Fragen offen, etwa worin genau die generalistische Ausrichtung gegenüber den anderen Berufen bestünde. Zumindest aber schien nun ein Abschluss der Reform in Sicht. Das wäre im Sinne der Pflegeberufe gut gewesen. Nun droht gar nichts mehr zu passieren. Das ist ein Desaster.

Union und SPD müssen sich jetzt zügig zusammenreißen. Wenn sie sich schon über die Grundausrichtung der Pflegeausbildung nicht einigen können, dann dürfen zumindest folgende Reformschritte nicht mehr warten und müssen umgehend geregelt werden: die bundesweite Schulgeldbefreiung für Auszubildende der Altenpflege, die Einführung einer Ausbildungsumlage für die Altenpflege in allen Bundesländern, die regelhafte Verankerung der hochschulischen Pflegeausbildung.

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