Pressemitteilung 09.05.2017

Mit Rückenwind aus Frankreich für unsere europäische Zukunft kämpfen

Anlässlich des Europatages erklärt Manuel Sarrazin, Sprecher für Europapolitik:

Fast tollkühn muss vielen am 9. Mai 1950 der Vorstoß des französischen Außenministers Robert Schuman vorgekommen sein. Nur fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges schlug er vor, dass Deutschland und Frankreich für die Rüstungsindustrie hochsensible Industriesektoren unter eine gemeinsame Aufsichtsbehörde stellen sollten. Die anschließend gegründete Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl war der Beginn einer historisch beispiellosen Aussöhnung. Schumans mutigem Grundstein ist es zu verdanken, dass wir heute auf 72 Jahre Frieden in der Europäischen Union zurückblicken.

Der Mut Schumans sollte uns allen heute mehr denn je Vorbild sein für die großen Herausforderungen unserer Zeit. Kampf gegen Terrorismus, Krieg und Rechtsextremismus, gegen Steuerflucht und organisierte Kriminalität, gegen Klimawandel und Ressourcenknappheit. Nur gemeinsam können wir Lösungen für diese grenzüberschreitenden Probleme finden. Nationale Alleingänge sind nur Scheinlösungen. Wir gewinnen gemeinsam oder verlieren gemeinsam. „Mehr Europa“ ist deshalb kein frommer Wunsch, sondern rationale Notwendigkeit.

Frankreich hat sich mit Emmanuel Macron wieder für einen mutigen pro-Europäer entschieden. Wir wollen diesen französischen Rückenwind nutzen und mit Mut zu Veränderung um unsere europäische Zukunft und offene Gesellschaft kämpfen. Wir setzen uns ein für eine ambitionierte Energie- und Klimaunion, für mehr gemeinsame Investitionen in die öko-soziale Modernisierung unserer Wirtschaft, für ein überzeugendes Digitalisierungspaket, für die Bekämpfung von Steuerflucht und den Abbau sozialer Spaltung, für eine solidarischere und humane EU-Asylpolitik, für eine stärkere Kooperation bei Sicherheit und Freiheit und für die Stärkung der europäischen Demokratie. Packen wir es an.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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