Pressemitteilung 14.09.2017

Bildungspolitische Revolution jetzt!

Zu den Ergebnissen des ifo-Bildungsbarometers erklärt Özcan Mutlu, Sprecher für Bildungspolitik:

Die Ergebnisse des ifo-Bildungsbarometers müssen der Großen Koalition in den Ohren klingeln. Sie zeigen ganz deutlich, wo der Schuh drückt. Die Bundesregierung muss die Schulen entschlossener und umfassender unterstützen, damit allen Schülerinnen und Schülern das Lernen für die digitale Welt ermöglicht werden kann. Denn nur so kann Deutschland zukunftsfit bleiben. Auch die Politik muss endlich begreifen, dass es ohne Bildung 4.0 keine Industrie 4.0 geben kann. Das ist wichtig für unseren Wirtschaftsstandort Deutschland.

Aber nicht nur die längst überfällige Digitalisierung an den Schulen muss endlich kommen. Das Hin und Her zwischen G8 und G9 hat Spuren hinterlassen. Drei Viertel der Befragten wollen, dass Auswirkungen von Reformen im Bildungssystem, genau wie neue Medikamente, zunächst im kleineren Rahmen getestet werden. Das zeigt, worum es den Menschen geht: Es geht um gute Schulen mit gutem Unterricht, die Kindern und Jugendlichen das Rüstzeug geben, die Herausforderungen der Zeit zu meistern. Es geht nicht mehr um formale Zuständigkeiten, selbst wenn sie in der Verfassung stehen.

Und die Deutschen wissen, dass das nicht kostenlos zu haben ist. Sie sind in einer überwältigenden Mehrheit von 81 Prozent bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Das ist eine gute Basis. Nun muss das Kooperationsverbot endlich weg, eine gemeinsame Bildungsoffensive von Bund, Ländern und Kommunen muss beginnen. Mit mehr Bundesgeld für gute Schulen und Digitalisierung, mit mehr Ländergeld für gut ausgebildete und bezahlte Lehrerinnen und Lehrer und mit mehr kommunalem Einsatz, bei den Schulen in schwierigen Lagen sofort loszulegen.

Bedrückend ist, dass die Befürworter der schulischen Inklusion von Kindern mit Behinderung von 2014 auf 2017 um 3 Prozentpunkte auf 56 Prozent gesunken sind. Hier haben Bund und Länder in den letzten Jahren zu wenig kooperiert. Das Bundesteilhabegesetz muss schleunigst so reformiert werden, dass Inklusionshilfen im Unterricht sinnvoll gepoolt werden können. Deutlich bleibt, dass endlich ein neues Ganztagsschulprogramm des Bundes her muss: 2017 sprechen sich 59 Prozent der Befragten dafür aus, dass Deutschland generell zu einem Ganztagsschulsystem wechselt, in dem alle Kinder bis 15 Uhr in der Schule sind. Unter Eltern liegt diese Zahl sogar noch höher. Auch hier muss nach der Bundestagswahl schleunigst was passieren.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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