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Pressemitteilung 15.02.2018

Afghanistan: Zivilbevölkerung schützen, auf Frieden setzen

Zur Veröffentlichung des Jahresberichts der Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan erklärt Omid Nouripour, Sprecher für Außenpolitik:

Die jüngsten Zahlen zu zivilen Opfern und Verletzten in Afghanistan sind schockierend. Mehr als 10.000 Zivilisten haben im vergangen Jahr ihr Leben verloren oder sind verletzt worden. Damit ist die Zahl ziviler Opfer das erste Mal seit Jahren gesunken, eine Trendwende ist aber in weiter Ferne. Andere Indikatoren zeigen, dass der Konflikt sich intensiviert. Zehntausende werden jährlich durch die Kämpfe zu Binnenvertriebenen. Die Taliban kontrollieren gerade in ländlichen Gebieten wieder große Teile Afghanistans. Zahlreiche Anschläge auf schiitische Moscheen zeugen von einer zunehmenden Konfessionalisierung des Konfliktes. Die afghanische Armee verliert jährlich ein Drittel ihrer Männer durch Verluste oder der Desertation. Militärisch werden sich die Taliban weder besiegen noch an den Verhandlungstisch bombardieren lassen. In dieser dramatischen Lage müssen die Afghanen auf die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft zählen können.

Die Bundesregierung darf diese Lage nicht länger beschönigen. Wenn sie die notwendige Ausbildungsmission in Afghanistan zu einem Erfolg führen will, muss sie eine kritische und unabhängige Evaluierung des bisher erreichten zulassen. Mehr Truppen allein werden Afghanistans Probleme nicht lösen. Vor allem muss die Bundesregierung den USA gegenüber deutlich machen, dass der Wirkungsradius der militärischen Ausbildung ohne Fortschritte im Friedensprozess mit den Taliban sehr begrenzt ist. Eine Absage an politische Gespräche ist inakzeptabel und wird Afghanistan dem Frieden nicht näher bringen.

 

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