Pressemitteilung 28.02.2018

Arbeitsmarkt muss armutsfest werden

Anlässlich der heutigen Arbeitsmarktzahlen für den Monat Februar erklärt Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Sprecher für Arbeitsmarktpolitik:

Die Zahl der Erwerbstätigen steigt, aber sowohl Armut trotz Erwerbstätigkeit als auch Armut bei Arbeitslosigkeit bleiben hoch. Hier muss die nächste Bundesregierung endlich aktiv werden. Wer arbeitslos ist, muss eine soziale Absicherung bekommen, die vor Armut schützt, und es muss dafür gesorgt werden, dass Erwerbstätige mehr bekommen als eine Grundsicherung: durch einen Abbau prekärer Beschäftigung, höhere Löhne und eine deutliche Entlastung von Menschen mit geringen Einkommen, vor allem Familien. Arbeit muss vor Armut schützen.

Das ist trotz der guten Arbeitsmarktlage für viele Menschen nicht der Fall. Trotz Mindestlohn stocken 1,2 Millionen Erwerbstätige ihr Einkommen mit Arbeitslosengeld II auf. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass es bei dieser Gruppe eine hohe Dunkelziffer von verdeckter Armut gibt. Die Armutsrisikoquote von Erwerbstätigen liegt nach dem Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung bei fast zehn Prozent. Das sind fast vier Millionen Erwerbstätige. 

Bei der Armut von Arbeitslosen liegt Deutschland in der EU nach aktuellen Zahlen sogar mit Abstand an der Spitze. Nirgendwo ist das Armutsrisiko für Arbeitslose in der Europäischen Union so hoch wie in Deutschland. Das ist nicht hinnehmbar.  Die Bundesregierung darf nicht länger die Augen vor der Armut in unserem Land verschließen. 

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