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Pressemitteilung 22.05.2019

Artenschutz und Herdenschutz zusammen denken

Zum heutigen Kabinettsbeschluss zum Thema Wolf erklärt Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

Der heute vorgelegte Gesetzesentwurf der Bundesregierung zum Wolf gleicht einer Kapitulation der Umweltministerin Svenja Schulze. Die geplanten Änderungen bergen die Gefahr, ganze Wolfsrudel zum Abschuss freizugeben und konterkarieren die bisherigen Anstrengungen zum Ausgleich zwischen Nutztierhaltung und Artenschutz. Prävention und eine schnelle, unbürokratische Kompensation von Wolfsübergriffen auf Nutztiere waren dafür bisher der zentrale Baustein. Erfahrungen aus Wolfsländern wie Sachsen-Anhalt zeigen, die Maßnahmen wirken und sollten bundesweit umgesetzt werden.

Mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung wird die Debatte zukünftig auf den Abschuss der Wölfe verschoben. Das Kernproblem der Weidetierhalter bleibt die existenzbedrohende wirtschaftliche Lage. Dieses Problem wird von der Bundesregierung weiterhin ignoriert. Wer den Schafhaltern nachhaltig helfen will, muss endlich eine bundesweite Weidetierprämie umsetzen. Anstatt auf einen verbesserten Herdenschutz und angemessene finanzielle Unterstützung zu setzen, wird der Abschuss möglichst vieler Wölfe zum Kernthema gemacht. Die Änderungen im BNatSchG werden keinen Wolfsübergriff verhindern können, senken aber durch die Hintertür auch noch den Schutz aller anderen geschützten Arten.

Die Bundesregierung sollte wenigstens mit den Ländern unbürokratische und ausreichende Präventions- und Ausgleichmaßnahmen beim Herdenschutz entwickeln und umsetzen. Dazu gehören bei der Förderung von Herdenschutzmaßnahmen nicht nur Investitions-, sondern auch Einsatzkosten. Außerdem sollte eine bundesweite Expertengruppe eingerichtet werden, die die Bewertung von Wölfen mit atypischem Verhalten fachgerecht vornehmen kann und es ermöglicht, schnell und kompetent Entscheidungen über die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Dazu gehört als letztes Instrument natürlich auch der Abschuss von Wölfen, der rechtlich längst möglich ist.
 

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