Pressemitteilung vom 19.12.2019

Abschaltung des AKW Mühleberg ist Grund zur Freude

Zur Abschaltung des grenznahen Schweizer Atomkraftwerkes Mühleberg am 20. Dezember erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Vorsitzende des Umweltausschusses:

2019 ist Bescherung schon am 20. Dezember. Morgen um 12:30 Uhr enden 47 Jahre Betrieb des AKW Mühleberg. Das ist ein Grund zur Freude. Denn das AKW Mühleberg war eines der ältesten in Europa. Doch etliche AKW an der Grenze zu Deutschland laufen jetzt noch weit über ihre Auslegungsdauer hinaus. Die Bundesregierung darf nicht länger planlos zuschauen. 

Mühleberg beweist es heute exemplarisch: Noch teurer als AKW sind marode laufzeitverlängerte AKW. Mühleberg war unrentabel und wird weitere Milliarden an Kosten für Rückbau und Entsorgung des Atommülls verursachen. Gegen jegliche ökologische und ökonomische Vernunft setzt die Schweiz aber weiterhin das Wettrennen überfälliger Atommeiler fort und gewinnt mit Beznau den Preis der ältesten Atomkraftwerke in Europa, mit dem Prädikat „bruchanfälliger Reaktor“. Anstatt ihrer Kontrollpflicht gewissenhaft nachzugehen, vertuscht die schweizerische Atomaufsicht ENSI lieber Prüfungsergebnisse. 

Viele andere Länder wie Belgien und Frankreich folgen diesem Beispiel und lassen aus reiner Furcht die Energiewende anzupacken, ihre AKW Jahrzehnte länger laufen. Dabei gehen sie ihrer Pflicht, die Öffentlichkeit grenzüberschreitend zu konsultieren, nicht nach. Das setzt auch die Bevölkerung in Deutschland einem erheblichen Risiko aus. Die Bundesregierung muss jetzt endlich ihre Pflicht der Schadensvorsorge wahrnehmen, bilateral und auf EU-Ebene Initiativen zu einer grundsätzlichen Laufzeitbeschränkung bestehender Atomkraftwerke auf höchstens 40 Jahre ergreifen und EU-weite Mindestanforderungen an den nuklearen Katastrophenschutz anstoßen.

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