Pressemitteilung vom 13.12.2018

Arbeit muss vor Armut schützen

Anlässlich des heute veröffentlichten Armutsberichts des Paritätischen Gesamtverbands erklärt Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Sprecher für Arbeitsmarktpolitik:

Das derzeitige soziale Sicherungssystem sorgt nicht dafür, dass Arbeit vor Armut schützt. Der Bericht zeigt: Es gibt deutlich mehr erwerbstätige Arme als arbeitslose Arme. Ein Drittel aller erwachsenen armen Menschen geht einer Erwerbstätigkeit nach – werden die Rentnerinnen und Rentner herausgerechnet, ist es sogar die Mehrheit. Das sogenannte deutsche Jobwunder geht an diesen Menschen komplett vorbei.  Bisher müssen 1,1 Millionen Menschen, die arbeiten gehen, mit Arbeitslosengeld II aufstocken. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer von Erwerbstätigen, die durch das soziale Netz fallen.

Gerade für Erwerbstätige ist eine Garantiesicherung notwendig, damit sie besser vor Armut geschützt werden und zugleich Erwerbsarbeit besser belohnt wird. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit und weniger der Arbeitsanreize, denn die Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass auch die Armen in Deutschland überwiegend erwerbstätig sind. Neben der Garantiesicherung ist es darüber hinaus notwendig, prekäre Beschäftigung weiter einzudämmen und auch der Mindestlohn muss höher sein, um Erwerbstätige besser vor Armut zu schützen.

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