Pressemitteilung vom 17.06.2019

Bürgerschaftliches Engagement muss gefördert werden

Zum Start der Aktionswoche der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen zu bürgerschaftlichem Engagement vom 17. bis 23.Juni erklärt Dr. Anna Christmann, Sprecherin für Bürgerschaftliches Engagement:

Von der Bundesregierung gab es in der Engagementpolitik zuletzt kaum mehr als leere Ankündigungen. Bis heute warten Engagierte auf die vor Monaten angekündigte Gründung einer Engagementstiftung oder eine bessere Ausstattung der Freiwilligendienste, für die wir mindestens eine Verdoppelung der Plätze und 300 Millionen Euro mehr Haushaltsmittel fordern. Wir brauchen eine „Engagementoffensive“ auf allen Ebenen. Bürgerschaftliches Engagement wird umso wichtiger, je stärker wir um den gesellschaftlichen Zusammenhalt ringen.

Wir wollen daher endlich die veraltete, knapp zehn Jahre alten Engagementstrategie der Bundesregierung erneuern und Herausforderungen für das bürgerliche  Engagement im 21. Jahrhundert anpacken. Sechs Kernforderungen sind dafür zentral:

  1. Strukturelle Förderung: Das angekündigte zusätzliche Geld von über 30 Millionen Euro für Engagementförderung muss kommen – ob in einer Engagementstiftung oder durch andere Strukturen. Entscheidend ist eine unkomplizierte und verlässliche Förderstruktur für Engagement vor Ort.
  2. Verlässliche Rahmenbedingungen: Gemeinnützige Organisationen brauchen einen sicheren Rechtsrahmen, ebenso wie Stiftungen und Genossenschaften. Eine verlässliche Regelung der Bundesregierung lässt auf sich warten.
  3. Engagement 2.0: Digitales Engagement zum Beispiel als Entwicklerin von Open Source Software, Freifunker oder Autorin der Wikipedia muss explizit in den Katalog für Gemeinnützigkeit aufgenommen werden. Zudem müssen digitale Tools für Engagierte gefördert werden.
  4. Weniger Hürden, mehr Motivation: Bürokratische Hürden für Engagierte müssen abgebaut werden, zum Beispiel bei den strikten Anrechnungsregeln von Aufwandspauschalen auf Sozialleistungen. Flexible Vollzeitarbeit und Wertschätzung durch eine Engagementkarte können mehr Menschen für das Engagement gewinnen.
  5. Lernen durch Engagement: Unter dem Stichwort „Service Learning“ gibt es viele ungenutzte Möglichkeiten, Engagement schon in Schulen und Hochschulen zu verankern.
  6. Freiwilligendienste stärken: Die Bundesregierung muss die Freiwilligendienste finanziell deutlich besser ausstatten und der hohen Nachfrage endlich ausreichend Plätze gegenüberstellen.
     

Für den Austausch mit Engagierten und gemeinnützigen Initiativen sind Abgeordnete der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der Aktionswoche „Gemeinsame Sache machen“ vom 17. bis 23. Juni deutschlandweit unterwegs. Zum Auftakt der Aktionswoche reisen die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt und Dr. Anna Christmann am Dienstag (18.06.) auf einer Engagementtour durch Thüringen und erkunden die vielfältige Engagementlandschaft zwischen Erfurt und Gera, von der Nachbarschaftshilfe bis zur Wasserwacht. Wir wollen „Danke“ sagen, aber vor allem auch echte Verbesserungen für Engagierte erreichen und mehr Menschen für das Engagement gewinnen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Dr. Anna Christmann

Sprecherin für Innovations- und Technologiepolitik Sprecherin für Bürgerschaftliches Engagement